Werkzeuge für die Generation Y: Entscheiden

29.03.2016 – Im Fachbuch Führung einer neuen Generation erläutert Prof. Dr. Nils Schulenburg, wie die nach 1980 Geborenen führen und geführt werden sollen. Der FOM Personalexperte hat leistungsstarke Instrumente zusammengestellt bzw. auf die Bedürfnisse der Generation Y angepasst. Eine Auswahl davon stellt er im FOM Wissenschaftsblog vor. Heute – im letzten Beitrag der Reihe – geht es um Entscheiden.
Werkzeugname: Entscheiden
Zielgruppe: Führungskräfte der Generation Y
Einsatzmöglichkeit: Steigerung der Entscheidungsfähigkeit, die aufgrund des hohen Maßes an Flexibilität der Generation Y eingeschränkt sein kann.
Inhalt: Die Vielzahl an Informationen, denen die Generation Y ausgesetzt ist, macht eine Entscheidungsfindung objektiv schwer, da sie zur Entscheidungsfindung eine relativ leistungsfähige Entscheidungsmethodik heranziehen muss. Aus subjektiver Sicht (also in der Selbstwahrnehmung) trägt die Sprunghaftigkeit der Generation Y, die aus ihrem hohen Maß an Flexibilität resultiert, ebenfalls zu Entscheidungsschwierigkeiten bei: Sie ist sich nicht sicher, welche Aspekte für eine Entscheidung besonders relevant sind.
Ein Entscheidungsproblem wird deshalb (sinnvollerweise) aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, und jede einzelne Perspektive geht mit bestimmten Aspekten und Überlegungen einher. Hier greift das Entscheidungen massiv beeinflussende Prinzip der sogenannten Verfügbarkeitsheuristik: Verfügbare Informationen werden gegenüber nicht verfügbaren übergewichtet. Und wird ein Entscheidungsproblem aus einer Perspektive betrachtet, sind die mit dieser Perspektive zusammenhängenden Informationen und daraus resultierenden Überlegungen besonders gut verfügbar (und andere eben nicht).Wird dasselbe Entscheidungsproblem aus einer anderen Perspektive betrachtet, sind andere Informationen und Überlegungen (und eben nur diese) besonders gut verfügbar. Die Entscheidungsfindung wird durch einen (eigentlich positiven) Perspektivenwechsel verkompliziert, die Mitglieder der Generation Y kommen nur schlecht zu einer Entscheidung, sie „schieben Entscheidungen sehr lange auf“ (Hurrelmann und Albrecht 2014).
Aus diesem Grund ist es wichtig, dass das Entscheiden an sich, also einen (mehr oder weniger endgültigen) Entschluss zu treffen, wichtig ist und nicht zu lange aufgeschoben werden sollte, um die Glaubwürdigkeit der Generation Y als Führungskraft nicht zu beschädigen. Malik (2007) geht in diesem Zusammenhang sogar so weit, dass er entschlusslosen Menschen keine Führungs- oder Managementkompetenz zugesteht. Daher erachten wir es für Führungskräfte aus der Generation Y als essenziell, sowohl einen systematischen Entscheidungsprozess zu durchlaufen als auch klar und zügig Entscheidungen zu treffen – also einen Entschluss zu fassen – wenn der Entscheidungsprozess durchlaufen ist.
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