Ökonomische Zukunftsforschung: Wirtschaft vordenken - FOM forscht

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Ökonomische Zukunftsforschung: Wirtschaft vordenken

Foto: rzoze19/Thinkstock

06.04.2017 – In ihrem gerade in der FOM-Edition erschienenen Fachbuch Ökonomische Zukunftsforschung: Grundlagen – Konzepte – Perspektiven beschreiben Prof. Dr. Friederike Müller-Friemauth und Dr. Rainer Kühn konzeptionelle Fundamente der Zukunftsforschung, einer ursprünglich US-amerikanischen Querschnittsdisziplin. Neben einem angepassten Wissenschaftsleitbild geht es vor allem um unternehmerische Anwendungsfelder: Organisationsentwicklung, Innovationsmanagement und die Wirkungsweise zukunftsforscherischer Verfahren. Was es damit auf sich hat, erklären Sie hier in Form kurzer Wissens-Nuggets: Wo steht Zukunftsforschung heute?

Teil 3: Innovationen in einer VUCA-World

Raus aus den Routinen und mehr Innovation wagen – dafür ist Zukunftsforschung eine Option. Die ‚normale’ Erwartung des Unternehmens übersteigen, also Erwartungsmanagement betreiben und das, was die Organisation für normal hält, im Wert zu verändern und über den gegenwärtigen Horizont hinaus zu erweitern. „Für uns ist es normal, Vision X zu realisieren – aus einem solchen Motiv heraus sind wir schließlich gegründet worden!“ Eine solche Haltung zu installieren, ist das Ziel unternehmensbezogener Zukunftsforschung.

Wenn der globale Wettbewerbsdruck steigt, geraten zunehmend Alternativen zu Kreativitätstechnik oder Impulsen von Künstler*innen in den Fokus. Zukunftsforschung gehört auch deshalb dazu, weil die Disziplin mittlerweile transparenter und besser beurteilbar geworden ist. Heute dominieren zwar noch immer die Prognostiker und Trend-Gurus die Szene, aber es hat sich doch herumgesprochen, dass es inzwischen auch renommierte Forschungszentren, einschlägige Journals und seriöse Verbandsstrukturen gibt (allerdings kaum in Europa).

Diese ungewohnte Planungstechnik ist ein Nebenprodukt des „militärisch-industriellen Komplexes“ der USA, ähnlich wie viele moderne Technologien, etwa Internet oder Teflon-Pfanne. Mitte des vergangenen Jahrhunderts erfanden Militärs in außenpolitischen Strategiedebatten neuartige Denkwerkzeuge für ganz spezielle Umfelder: solche, die heute unter dem Schlagwort der VUCA-World verhandelt werden (volatil, ungewiss, komplex, ambiguos / mehrdeutig). Der Anlass: Überschreitet der eigene Kontext eine bestimmte Schwelle an Dynamik und Beobachtbarkeit, wird also unübersichtlich und immer weniger bewertbar, versagt das klassische Instrument, das wir für Zukunftsbelange bisher benutzt haben: die Prognostik. Hier beginnt Zukunftsforschung, insbesondere die wissenschaftliche: Dinge, zu denen noch keinerlei Erfahrungswerte vorliegen, denkbar und – vor allem – behandelbar zu machen. Denn je komplexer und ungewisser unsere Welt wird, desto unumgänglicher wird diese Kompetenz. Innovation qua Zukunftsforschung ist keine Exzentrizität einiger Nerds und ‚Übermorgiger’ mehr, sondern in immer mehr Branchen inzwischen pure Notwendigkeit. Die VUCA-World ist kein Trend, sondern für viele Unternehmen bereits Realität.

Allerdings verstößt sie gegen mehrere Glaubenssätze und Grundannahmen der etablierten Wirtschaftswissenschaften – beispielsweise aus dem Controlling.

Prof. Dr. Friederike Müller-Friemauth, KCT KompetenzCentrum für Technologie- & Innovationsmanagement

Dazu der nächste Beitrag am 13. April 2017. Bisher veröffentlicht sind Abenddämmerung der Prognostik und Morgenröte der Antizipation.

Das Fachbuch Ökonomische Zukunftsforschung. Grundlagen – Konzepte – Perspektiven ist in der FOM-Edition im Springer Gabler Verlag erschienen. In dieser Reihe publizieren FOM Hochschullehrende sowohl wissenschaftliche Fachbücher und praxisorientierte Sachbücher zu aktuellen Brennpunktthemen als auch Lehrbücher, die durch ihre didaktische Aufbereitung eine ideale Ergänzung zu den Vorlesungen der Hochschule bieten.

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