Studienergebnisse zu kultureller Kompetenz von deutschem Gesundheitspersonal veröffentlicht
Die soziokulturelle Vielfalt im deutschen Gesundheitssystem spiegelt sich zunehmend in multikulturellen Teams und der Vielfalt der Patienten wider. Um eine erfolgreiche Zusammenarbeit in einem multikulturellen Umfeld und eine effektive Versorgung vielfältiger Patientinnen und Patienten zu gewährleisten, nimmt die Bedeutung von Schulungen zu interkultureller Kompetenz zu. Es fehlt an evidenzbasierten Trainingsansätzen für das deutsche Gesundheitssystem, und es ist unklar, wie die theoretisch-konzeptionelle Förderung interkultureller Kompetenz nachhaltig erreicht werden kann.
Um die Bewertung der kulturellen Kompetenz von deutschem Gesundheitspersonal ging es in einer quasi-experimentellen Studie über ein interkulturelles Kompetenztraining entsprechendes Training in zwei Krankenhäusern. Ziel der Studie war, die Wirksamkeit eines solchen Trainings für deutsche Gesundheitsfachkräfte zu evaluieren.
Die wesentlichen Ergebnisse der Studie:
- Deutschen Fachkräften im Gesundheitswesen fehlt das Bewusstsein für ihre eigenen soziokulturellen Vorurteile.
- Kulturelle Kompetenztrainigs erhöhen die Motivation für multikulturelle Interaktion, kultursensibles Wissen und Bewusstsein.
- Langfristige, ganzheitliche und nachhaltige Ansätze zur Förderung kultureller Kompetenz in der Gesundheitsversorgung sind notwendig.
Die Studie wurde durchgeführt von Patricia Beck M.A. (Research Fellow am Institut für Gesundheit & Soziales (ifgs) der FOM Hochschule und Mitarbeiterin im Dekanat Gesundheit & Soziales), Prof. Dr. David Matusiewicz (ifgs-Direktor), Prof. Dr. med. Meryam Schouler-Ocak (Leitende Oberärztin der Psychiatrischen Institutsambulanz in der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité – Universitätsmedizin Berlin im St. Hedwig-Krankenhaus und Leiterin des Fachbereiches Interkulturelle Migrations- und Versorgungsforschung), Dr. phil. Dipl.-Psych. Zohra Khan (Psychologische Psychotherapeutin der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) der Charité), Dr. phil. Lisa Peppler (Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité) und Liane Schenk (Leitung des Bereiches Medizinische und pflegerische Versorgungsforschung am selben Institut).
Alle Ergebnisse der Studie, die aus dem Projekt „Teilhabe durch soziokulturelle Öffnung? (Post-) migrantische Fachkräfte und Patient/innen im institutionellen Wandel am Beispiel von Medizin und Pflege (ToP)“ hervorgegangen ist, können in Volume 10, Issue 6 des Journals ScienceDirect, das am 30. März 2024 erschienen ist, nachgelesen werden. Das Paper mit dem Titel „Evaluation of cross-cultural competence among German health care professionals: A quasi-experimental study of training in two hospitals“ steht darüber hinaus online als Open-Access-Publikation zur Verfügung.
Das Vorhaben ToP (FKZ 01UM1810BY) wurde im Rahmen des Programms „Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften“, Richtlinie zur Förderung der Maßnahme „Migration und gesellschaftlicher Wandel“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Yasmin Lindner-Dehghan Manchadi M.A. | Referentin Forschungskommunikation der FOM Hochschule | 04.04.2024
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