Weltraumflug per Chat – Feriencamp fand virtuell statt - FOM forscht

Weltraumflug per Chat – Feriencamp fand virtuell statt

In der fünften Woche der NRW-Sommerferien fand, wie mehrmals zuvor, ein Feriencamp des zdi-Zentrums MINT-Netzwerk Essen für Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse statt. Genauso wie bei den bisherigen Camps zum Stratosphärenflug erarbeiteten die Jugendlichen die Konstruktion und Ausstattung einer Sonde und schickten diese auf eine Reise an den Rand des Weltraums – mit einem Unterschied: Diesmal waren sie virtuell dabei.

Insgesamt 13 Teilnehmende konnten von zu Hause aus in einem interaktiven Besprechungsraum über Mikrofon und Kamera sowie Chat kommunizieren. Sie bereiteten gemeinsam – durch Anweisungen an die Feriencamp-Mitarbeitenden vor Ort – den Wetterballon und die Sonde für den Start vom Flugplatz in Bad Pyrmont vor.

Die Teilnehmenden des Camps geben per Chat Anweisungen zu den Vorbereitungen für den Start der Sonde mit dem Wetterballon (Foto: FOM/Tim Stender)
Die Teilnehmenden des Camps geben per Chat Anweisungen zu den Vorbereitungen für den Start der Sonde mit dem Wetterballon (Foto: FOM/Tim Stender)

Anschließend verfolgten sie in Echtzeit die Flugroute, um das Bergungsteam zur Landestelle zu lotsen. Der Wetterballon trug die Sonde – nachdem sie bis hoch in die Stratosphäre aufgestiegen war – in diesem Jahr weiter in östliche Richtung als je zuvor. Nach der Landung (nahe Wolfsburg, an der Grenze Sachsen-Anhalts) konnten die Jugendlichen mitverfolgen, wie sich das Bergungsteam auf eine Weide voller junger Bullen wagte, um die dort gelandete Sonde zu bergen.

Am nächsten Tag folgte die Auswertung des Flugs und der gemessenen Werte wie Luftdruck und -feuchtigkeit sowie Geschwindigkeit und Temperatur.

Screenshot von der gemeinsamen Auswertung: Auf dem Diagramm ist der Verlauf der gemessenen Temperaturen während des Stratosphärenflugs zu sehen. Die Teilnehmenden erarbeiten Erklärungen für den Verlauf (im Bild rechts).

Während der Auswertung wurde unter anderem durch den Satz des Pythagoras gemeinsam errechnet, wie weit die Aussicht von der maximalen Flughöhe der Sonde reichte. Die Jugendlichen konnten so theoretisches Wissen in der Praxis anwenden und selbst die Berechnungen zum Flug durchführen.

Die virtuelle Teilnahme war, so meldeten die Schülerinnen und Schüler zurück, eine gute Alternative zum bisherigen Camp-Format und erlaubte spannende und verständlich erklärte Einblicke in den Stratosphärenflug. Die Jugendlichen lobten die lockere Atmosphäre bei der Zusammenarbeit und freuen sich bereits auf zukünftige Feriencamps am Rande des Weltalls.

Auf der Website des zdi-Zentrums MINT-Netzwerk Essen gibt es alle Feriencamp-Termine im Überblick.

Ziel des zdi-Zentrums MINT-Netzwerk Essen, dessen Gründungspartnerin die FOM Hochschule ist, ist die systematische Förderung des Nachwuchses in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – kurz: MINT – mit Blick auf den gerade für die Wirtschaft erfolgskritischen Fachkräftemangel. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von Schulen, Berufskollegs, Wirtschaftsverbänden und Institutionen, Unternehmen, freien Bildungsträgern, Hochschulen und Universitäten im Rahmen der Gemeinschaftsoffensive Zukunft durch Innovation.NRW (zdi). Gegründet wurde das Essener zdi-Zentrum im Jahr 2010. 

Joanna Waldmann | wissenschaftliche Mitarbeiterin Forschungskommunikation | 14.08.2020 (geändert am 04.08.2021)

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