FührDiV-Webinar-Reihe zum Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis - FOM forscht

FührDiV-Webinar-Reihe zum Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis

Im Rahmen des Projektes „Führung in der digitalisierten öffentlichen Verwaltung“ (FührDiV) und der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) wurden INQA-Selbstbewertungschecks erarbeitet. Zur Vorstellung dieser wurde ein Pilot-Webinar durchgeführt. Wir berichteten. Dieser erfolgreichen Durchführung folgten im 14-tägigen Rhythmus drei weitere Webinar-Angebote mit insgesamt über 30 Teilnahmen.

Die Webinare richteten sich an Führungskräfte, Beschäftigte und Interessenvertretungen der öffentlichen Verwaltung sowie Expertinnen und Experten der INQA-Themen. Die Ansprache erfolgte über das FührDiV-Netzwerk, den FOM Forschungsblog und verschiedene Social-Media-Kanäle, darunter u. a. in verschiedenen fachlich orientierten Gruppen im Business-Netzwerk XING und Twitter sowie über Beiträge der INQA. So konnte ein kontinuierlicher Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis stattfinden, obwohl Corona-bedingt verschiedenste Präsenzveranstaltungen ausfallen mussten, bei denen die Projektergebnisse und Checks ursprünglich in die Praxis transferiert werden sollten.

Prof. Dr. Anja Seng, stellvertretende Leiterin des ifpm Institut für Public Management, und Corinna Höffner B.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin in den Projekten „AgilKom“ und FührDiV“ während eines Webinars (Foto: FOM)
Prof. Dr. Anja Seng, stellvertretende Leiterin des ifpm Institut für Public Management, und Corinna Höffner B.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin in den Projekten „AgilKom“ und FührDiV“ während eines Webinars (Foto: FOM)

In zwei Webinaren standen die INQA-Selbstchecks „Führung“, “Gesundheit“ und „Wissen & Kompetenz“ in der öffentlichen Verwaltung im Fokus. Unter dem Titel „INQA-Selbstchecks für die öffentliche Verwaltung. Selbstreflexion als effizientes Instrument in Zeiten der Digitalisierung“ wurde zunächst diskutiert, welchen Mehrwert das Instrument des Selbstchecks in Zeiten von Digitalisierung, ständiger Veränderung und Pandemie bieten kann, um Reflexionsprozesse bei einzelnen Beschäftigten zu fördern und somit Ansätze für Veränderungen zu identifizieren und umzusetzen. Kathrin Seiter MPA, Referentin im Programmbereich Personalmanagement, die bei der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) für die Themen Schlüsselkompetenzen und Digitale Kompetenz verantwortlich ist, stellte fest: „Zielgruppe der Selbstchecks sind partizipative Gruppen aus der Verwaltung, die als Akteurinnen und Akteure verschiedener Bereiche exemplarisch in der Anwendung mitwirken können.“

Durch digitale Tools werden die Teilnehmenden des Webinars zu unmittelbarem Feedback motiviert (Foto: FOM)
Durch digitale Tools werden die Teilnehmenden des Webinars zu unmittelbarem Feedback motiviert (Foto: FOM)

Insbesondere die Einsatzmöglichkeit im Rahmen von Nachwuchskräfte-Entwicklungsprogrammen wurde von den Teilnehmenden herausgearbeitet. Konkret am Beispiel des Selbstchecks „Führung in der öffentlichen Verwaltung“ wurden inhaltliche Bausteine differenziert vorgestellt, die Funktionsweise des Checks präsentiert und Einsatzmöglichkeiten mit den Beteiligten diskutiert. Fazit von Elmar Diemel, Leiter Bereich Personalentwicklung des Kreises Soest: „Die Selbstchecks bieten eine gute Gelegenheit für einen Einstieg in Gespräche und in die Kommunikation, um damit Impulse setzen und Optionen für Nachwuchskräfte aufzeigen zu können.“

In den zwei weiteren Webinaren wurde das Starter-Set zur strategischen Personalplanung als zweites Teilprojekt von FührDiV durch die Projektpartner wmp consult und das Institut für Beschäftigung und Employability (ibe) vorgestellt. „Zielsetzung der strategischen Personalplanung ist, mittel- und langfristig die richtigen Mitarbeitenden in ausreichender Zahl mit den erforderlichen Kompetenzen zur Verfügung zu haben. Nur so kann eine Organisation auch in Zukunft erfolgreich arbeiten,“ so Dr. Stefan Stracke, Berater bei wmp consult, zur Relevanz der Themenstellung. Es wurden sowohl gezielt Instrumente für Personalräte als auch für Führungskräfte entwickelt. Mit „Pythia“ ist ein Tool entstanden, das hilft, organisationsspezifische Daten von Beschäftigten zu erfassen und in (langfristige) Maßnahmen zur Sicherung der langfristigen Leistungserstellung zu überführen. Dabei können Simulationen zur Entwicklung des Personalbestands und des Personalbedarfs erstellt werden. „Ein sehr praxisorientiertes Instrument“, kommentierten die Teilnehmenden.

Dank interaktiver Elemente konnte in den Webinaren trotz virtueller Umsetzung ein gewisser Erfahrungsaustausch und Netzwerkcharakter erreicht werden. Anhand von Umfragen wurde z. B. eine hohe Akzeptanz des Instruments Selbstcheck ermittelt. So bestätigten die teilnehmenden Personen in einer Umfrage, dass die Selbstchecks ein nützliches Instrument seien, um sich selbst zu reflektieren, aber auch um Veränderungsbedarfe zu erkennen (s. Abbildung 1).

Umfrage zur Nützlichkeit der INQA-Selbstchecks
Abbildung 1: Umfrage zur Nützlichkeit der INQA-Selbstchecks (Quelle: FOM/ifpm)

Die drei verschiedenen fachlichen Schwerpunkte der Checks, also „Führung“, „Gesundheit“ und „Wissen & Kompetenz“, werden als vergleichbar relevant und interessant bewertet. Für die tatsächliche Anwendung der Checks ist es aus Sicht der Befragten notwendig, neben den technischen Voraussetzungen, Ressourcen und eine auf Selbstreflexion ausgerichtete Organisationskultur zu gestalten sowie eine grundlegende Veränderungsbereitschaft und Offenheit der Beschäftigten und Führungskräften gegenüber solchen Instrumenten zu etablieren.

Nach Rückmeldung der Teilnehmenden erfolgt in den meisten Organisationen durchaus eine strategische Personalplanung, sie sei aber meist mit kontroversen Diskussionen verbunden. Das Excel-basierte Instrument „Pyhtia“ erhält von allen Beteiligten einen „Daumen hoch“ – die Projektpartnerinnen und -partner sind nun gespannt auf die Anwendung der Instrumente in den Praxisorganisationen.

Die INQA-Checks und das Starter-Set zur strategischen Personalplanung werden in Kürze unter www.inqa.de im PDF-Format kostenlos zur Verfügung stehen.

Das Projekt „FührDiV“ wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.

Corinna Höffner B.A. | wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „FührDiV“ und „AgilKom“
Prof. Dr. Anja Seng | stellvertr. Projektleiterin im Projekt „FührDiV“
17.06.2020

 

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