Unternehmensdaten für Unternehmenspraxis und Wissenschaft optimal nutzen – „Highly Commended Paper“
Unternehmen ertrinken in Daten, während sie gleichzeitig nach betriebswirtschaftlich relevanten Erkenntnissen suchen. Forschende müssen sich mit der abnehmenden Beteiligung an Befragungen und steigenden Kosten der Datenerhebung auseinandersetzen. Die Kosten steigen, weil es außerhalb von „Convenience Samples“, also nicht repräsentativen Stichproben, die durch einfache Verfügbarkeiten aus dem privaten und beruflichen Umfeld der Forschenden (z. B. Freunde, Arbeitskolleginnen) zustande kommen, sehr schwierig ist, die Menschen ohne Incentivierung zu einer Teilnahme zu bewegen. Und parallel zu diesen Anforderungen versuchen sie, die betriebswirtschaftliche Relevanz ihrer Forschung zu erhöhen.

Um einen Rahmen dafür zu schaffen, wieUnternehmenspraxis und Wissenschaft besser zusammenarbeitenkönnen, indem sie die Ressourcen der jeweils anderen nutzen, hat Prof. Dr. rer. pol. Sonja Klose, die Marketing an der FOM in Berlin lehrt, gemeinsam mit internationalen Forscherkollegen und einer -kollegin den Beitrag „Bridging the data divide between practitioners and academics: Approaches to collaborating better to leverage each other’s resources“ verfasst.
Auf der Grundlage einer umfassenden Literaturrecherche, Überlegungen der weltweit führenden Dienstleistungsforschungszentren und eigener Erfahrungen haben die Autorinnen und Autoren Empfehlungen für die Zusammenarbeit in der Forschung entwickelt. Es wurden vier Dimensionen unterschiedlicher Datenrealitäten und Prioritäten identifiziert: Forschungsproblem, Forschungsressourcen, Forschungsprozess und Forschungsergebnisse.
Insgesamt werden 26 Empfehlungen vorgestellt, die darauf abzielen, Akademikerinnen und Akademiker in die Lage zu versetzen, das Potenzial von Unternehmensdaten für Forschungszwecke zu heben und gleichzeitig Unternehmen zu helfen, Forschungsergebnisse für sich zu nutzen.
Während in der bisherigen Literatur die Zusammenarbeit zwischen Praxis und Wissenschaft im Allgemeinen untersucht wurde, konzentriert sich diese Studie erstmals speziell auf die Aspekte, die mit der gemeinsamen Nutzung von Unternehmensdaten zusammenhängen, und geht auf die akademischen und unternehmerischen Ziele im Hinblick auf Daten und Erkenntnisse ein.
Der Beitrag wurde Ende 2019 im Journal of Service Management veröffentlicht und nun mit dem Robert Johnston Award als „Highly Commended Paper“ ausgezeichnet. Er kann hier nachgelesen werden.
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Benoit, S., Klose, S., Wirtz, J., Andreassen, T. and Keiningham, T. (2019), „Bridging the data divide between practitioners and academics: Approaches to collaborating better to leverage each other’s resources“, Journal of Service Management, Vol. 30 No. 5, pp. 524-548.
Yasmin Lindner-Dehghan Manchadi M.A. | Referentin Forschungskommunikation | 31.03.2020
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