Gründung des KCAT KompetenzCentrum für Accounting & Taxation – 4 Fragen an die wissenschaftliche Leitung
Am 30. Januar 2019 wurde das KompetenzCentrum für Accounting und Taxation, kurz: KCAT, der FOM Hochschule gegründet. Wissenschaftlich geleitet wird es durch Prof. Dr. Claudia Rademacher-Gottwald und Prof. Dr. Bernd Neitz.

Professorin Rademacher-Gottwald lehrt am FOM Hochschulzentrum Berlin in den Bachelor-Studiengängen Business Administration, International Management, Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie sowie Steuerrecht und in den Master-Studiengängen Finance & Accounting und Taxation. Sie koordiniert die FOM Forschung in der Region Berlin/Leipzig und forscht auch selbst.
Professor Neitz ist am FOM Hochschulzentrum Leipzig verankert, lehrt dort auch in den Bachelor-Studiengängen Business Administration und Wirtschaftspsychologie sowie im Master-Studiengang Finance & Accounting. Wie seine Leitungskollegin forscht er zum Themenfeld Steuer- und Rechnungswesen. Wir trafen die beiden zum Interview.
Was können Sie uns über die Forschungsschwerpunkte und -projekte des KCAT sagen?
Prof. Dr. Claudia Rademacher-Gottwald: Das sind aktuelle Fragen der nationalen und internationalen Steuergestaltung von Unternehmen und Privatpersonen. Weiterhin untersuchen wir den Einfluss der Besteuerung auf unternehmerische Entscheidungen. Hinzu kommen rechtskritische Analysen der bestehenden Gesetze, von Verwaltungsvorschriften und der Gesetzgebung. Im Bereich Accounting befassen wir uns mit der Jahresabschlussanalyse und -politik, der Prüfung von Geschäftsberichten sowie der Verhaltensforschung im Rechnungswesen.
Was für Projekte oder gegebenenfalls auch Kooperationen wünschen Sie sich für die Zukunft?
Prof. Dr. Claudia Rademacher-Gottwald: Zukünftige Projekte sind angelegt auf die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Jahresabschlusserstellung sowie der Einfluss des internationalen Rechnungswesens auf die Entwicklung des HGB. Ein weiterer Aspekt ist der Einfluss der Rechtsprechung des EuGH auf das nationale Steuerrecht. Und Kooperationen mit Verlagen streben wir an.
Prof. Dr. Bernd Neitz:Zudem werden wir mit dem KCBT German-Sino Competence Center of Business & Technology der FOM Hochschule kooperieren. Hier ergeben sich Anknüpfungspunkte zur Internationalisierung unserer der Forschungsarbeit mit einem Schwerpunkt auf der Volksrepublik China.
Zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Steuerberatung forscht aktuell auch das ipo Institut für Personal & Organisationsforschung der FOM im Rahmen des Projekts KODIMA. Dort allerdings in Bezug auf die Kompetenzen der Mitarbeitenden. Könnten Sie sich hier auch Synergien gemeinsamer Arbeit vorstellen?
Prof. Dr. Claudia Rademacher-Gottwald: Ja, definitiv. Die Digitalisierung führt zu großen Veränderungen in den Steuerberatungsbüros und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Wir befassen uns mit den Auswirkungen des digitalen Wandels auf das Kanzleimanagement, auf die internen Prozesse und das steuerliche Risikomanagement.
Prof. Dr. Bernd Neitz:Von großem Interesse ist in diesem Zusammenhang auch die Sichtweise der kleinen und mittelständischen Unternehmen, die als Kunden und Geschäftspartner der Steuerberatenden und Wirtschaftsprüfenden von Anfang an in die Prozesse ein bezogen werden müssen.
Prof. Dr. Claudia Rademacher-Gottwald: An der FOM in Berlin findet Ende März eine Inhouse-Schulung für den regionalen Steuerberaterverband statt. Dies hat unmittelbar mit den Kompetenzen der Steuerfachangestellten zu tun, so dass wir uns mit dem ipo-Institut austauschen werden.
Wo und wie können Studierende von der Forschung am KCAT profitieren?
Prof. Dr. Claudia Rademacher-Gottwald: Es wird ein lebendiger Austausch zwischen Forschung und Lehre angestrebt, der sowohl inhaltlich als auch methodisch erfolgen soll. Die in Publikationen veröffentlichten Forschungsergebnisse sollen in die Vorlesungen integriert werden. Darüber hinaus geht es um die Forschungsmethodik in den Bereichen Accounting und Taxation, so dass die Studierenden bei der Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten unterstützt werden. Herausragende Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen können sich auch in Form von Research Fellowships an der Forschung beteiligen und so einen tieferen Einblick in die Forschungsarbeit erhalten. Wir bieten auch die Möglichkeit, sehr gute Abschlussarbeiten zu veröffentlichen.
Herzlichen Dank für diesen Einblick!
Das Interview führte Yasmin Lindner-Dehghan Manchadi M.A. | Referentin Forschungskommunikation | 14.02.2019
Suche nach Beiträgen
Beitrag teilen
Die Macht der Note? Bewertungskulturen im Studium der Sozialen Arbeit & Sozialpädagogik – Call for Papers für Sammelband
Noten prägen das Studium. Sie setzen Lernanreize, strukturieren Übergänge und signalisieren Leistung nach außen. Doch in der Massenuniversität stellen sich Fragen nach Fairness, Sinn und Zweck von Bewertung. Verschärft wird dies durch generative KI ...
WeiterlesenWie Prozesse abgebildet und optimiert werden, damit Unternehmen Krisen besser standhalten können – Studierende in Forschung eingebunden
Viele Branchen sind abhängig von unvorhergesehenen Faktoren, auf die schnell reagiert werden muss, um handlungsfähig zu bleiben. Die Textilbranche beispielsweise ist abhängig von globalen Zusammenhängen: Lieferketten können durch Krisen gestört werden ...
WeiterlesenCall for Papers „Mensch. Maschine. Bildung 2030+: Herausforderungen, Chancen und Visionen einer neuen Welt des Lernens. Wege zu technischer Bildung“ – für Ingenieurpädagogische Jahrestagung 2026
Die Realität digitalisierter und KI-gestützter Mensch-Maschine-Systeme mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten im industriellen Kontext oder dem Alltag bieten gerade in den ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen neue Chancen, Lösungsansätze und Erfahrungsräume. Zugleich ergeben sich daraus neue Herausforderungen ...
Weiterlesen

