#silicon #values – Lexikon des kalifornischen Denkens

Heute: Moonshots
21.04.2016 – In ihrem gerade in der FOM-Edition erschienen Sachbuch Silicon Valley als unternehmerische Inspiration entziffern Prof. Dr. Friederike Müller-Friemauth und Dr. Rainer Kühn, was die kalifornische Ökonomie antreibt. Die beiden Zukunftsforscher beschreiben das unternehmerische Konzept des Silicon Valley mit Blick auf die gesellschaftlichen Ziele jenseits von Quartalszahlen und den üblichen strategischen Planungshorizonten. Dabei nutzen sie Begriffe, die im europäischen Wirtschaftskontext noch verhältnismäßig neu sind – von Deep Play bis Straight Talks. Was sich dahinter verbirgt, erklären sie in Form eines Kurzlexikons.

Als „Mondschüsse“ bezeichnen Silicon-Valley-Unternehmen Langzeit-Projekte mit einer unvorstellbaren Dimension und Neuheit. Sie sind Sprungbretter zur Exzellenz. Ihre praktischen Folgen werden „Disruptionen“ genannt.
Der ehemalige Google-Chairman und Suchmaschinen-Experte Eric Schmidt schätzt beispielsweise, dass es 300 Jahre dauern wird, die weltweite Informationsflut zu ordnen. Solche Vorschauen über schlappe 1.200 Geschäftsquartale erscheinen europäischen Managern im Kontext ihrer gewohnten strategischen Planung zumeist als verrückt („Nerds!“). Der Gedanke dabei: sich nur auf Basis der eigenen Erfahrungen und Lernkurven – und damit der Vergangenheit – zu verbessern, ist zu wenig. Zwar ist es wichtig, fehlertolerant zu sein, Versuch und Irrtum zuzulassen und die Mitarbeiter ständig zu neuen Wegen zu ermuntern, aber das allein führt noch nicht in die Exzellenzzone.
Moonshots stehen also für eine Anspruchshaltung in Sachen unternehmerische Exzellenz, die ihr ‚outstanding-Sein’ durch radikale Antezipation begründet. Hier liegt auch der Sinn des häufig unverstandenen Bonmots von Steve Jobs: Die Unternehmen mögen endlich aufhören, Marktforschung zu betreiben und ihre Kunden zu fragen, was sie wollen – „Ihr müsst es ihnen zeigen!“ Moonshots arbeiten in Sachen Innovationsorientierung nicht mehr mit noch unerfüllten Bedürfnissen, sondern mit Visionen oder Szenarien von heute vorerst noch beinahe unvorstellbaren Bedürfnissen – und die können nur Unternehmen identifizieren, die ihr Geschäft in maximaler Tiefe und analytischer Durchdringung kennen. Diese Tiefenkompetenz in Produkt- oder Dienstleistungs-Know-how zu übersetzen, ist Aufgabe von Unternehmen; und das Instrument dafür sind Moonshots.
Das nächste Stichwort lautet Preconomics und wird am 28. April 2016 erläutert. Bisher erschienen ist der Begriff Deep Play.
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Das Sachbuch Silicon Valley als unternehmerische Inspiration ist in der FOM-Edition bei Springer Gabler erschienen.
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