FOMPreneurs: Welchen rechtlichen Herausforderungen sich Start-ups stellen müssen - FOM forscht

FOMPreneurs: Welchen rechtlichen Herausforderungen sich Start-ups stellen müssen

14.03.2016 – Am 6. April 2016 lädt das KCE KompetenzCentrum für Entrepreneurship & Mittelstand zur Veranstaltung #FOMPreneurs nach Hamburg. Zielgruppe: Menschen, die planen, ein eigenes Unternehmen zu gründen oder ihre persönliche Start-up-Phase bereits eingeleitet haben. Sie erhalten praxisorientierte Tipps aus den Bereichen Marketing & PR, Förderung & Finanzierung sowie rechtliche Herausforderungen. Im FOM Wissenschaftsblog geben die Referentinnen und Referenten einen ersten Vorgeschmack auf ihre Vorträge. Dieses Mal in Form eines Interviews: FOM Professor und Rechtsanwalt Prof. Dr. Sönke Ahrens erläutert im Gespräch mit Kommunikationsexpertin Annett Bergk, welchen rechtlichen Herausforderungen sich Gründerinnen und Gründer stellen müssen.

Annett Bergk: Auf welchen Wegen kann man sein geistiges Eigentum bei Unternehmensgründung schützen?

Sönke Ahrens: Teilweise entsteht der Schutz automatisch durch Benutzung im geschäftlichen Verkehr. Zum Beispiel bei urheberrechtlich geschützten Werken oder bei Designleistungen. Teilweise ist allerdings eine Anmeldung und Registrierung erforderlich – beispielsweise bei Marken und Patenten.

Annett Bergk: Welche finanziellen Investitionen muss man für den Schutz des geistigen Eigentums einplanen?

Sönke Ahrens: Die Anmeldung ist gar nicht so teuer. Markenschutz für die gesamte EU kann für ca. 1.000 Euro erlangt werden. Patente sind allerdings etwas teurer. Hier kommt es sehr darauf an, wo und wie lange Schutz begehrt wird. Zu beachten ist aber auch, dass die Verteidigung der Schutzrechte teilweise sehr aufwendig sein kann (Rechtsanwaltskosten und Gerichtskosten).

Annett Bergk: Welche möglichen Konflikte können aus einem ungenügenden oder zu spät angegangenen Schutz des geistigen Eigentums resultieren?

Sönke Ahrens: Wesentlich schwerwiegender als die Kosten sind eventuell die Nachteile bei ungenügendem Schutz. Das hat nämlich zur Folge, dass man seine Erfindung, sein Design oder sein Logo nicht exklusiv nutzen kann. Jeder Wettbewerber kann diese Dinge dann ebenfalls nutzen. Es droht also der Verlust einer Monopolstellung und damit eines Wettbewerbsvorteils.

Annett Bergk: Zu guter Letzt: Was geben Sie jungen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg?

Sönke Ahrens: 1. Langfristig planen: Investitionen in geistiges Eigentum zahlen sich langfristig aus. 2. Rechtzeitig prüfen (lassen), welches geistige Eigentum besteht. 3. Gegebenenfalls sofortigen Schutz veranlassen: Patente und Designs können nur geschützt werden, wenn sie angemeldet werden, bevor sie der Öffentlichkeit offenbart werden.

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