Einblicke in die Verbraucherforschung
Abschied vom Otto Normalverbraucher lautet der Titel eines neuen Buchprojektes des Kompetenzzentrums Verbraucherforschung Nordrhein-Westfalen. Der Sammelband vereint Beiträge renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Wandel des verbraucherpolitischen Leitbildes – herausgegeben von Dr. Christian Bala (wissenschaftlicher Mitarbeiter des Kompetenzzentrums) und Klaus Müller (Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes). Unter den Autoren befindet sich auch ein FOM Vertreter: Prof. Dr. Michael Westendorf.
Der Experte für Finanzwirtschaft und Ethik greift in seinem Beitrag ein Thema auf, mit dem er sich schon seit längerem beschäftigt: der Verbraucher im Finanzmarkt. „Das Leitbild des mündigen Verbrauchers unterstellt, dass der Verbraucher in der Lage ist, auf Basis zur Verfügung stehender Informationen zielführende Entscheidungen zu treffen“, so Prof. Dr. Westendorf. „Auf dem Finanzmarkt trifft diese Annahme allerdings nicht zu. Ganz im Gegenteil: Die Informationsbeschaffung scheitert häufig an der Komplexität von Finanzsachverhalten.“ Auch eine Informationsbeschaffung durch neutrale Dritte sei in der Regel keine Option. „Die meisten Finanzdienstleister bieten zwar Beratungsleistungen an, diese sind in der Regel aber provisionsorientiert und somit nicht unabhängig.“ Der FOM Experte spricht sich daher für eine klare Trennung zwischen provisionsbasierter Vermittlung und unabhängiger Finanzberatung aus.
Dass das Thema auch von den Verbrauchern selbst kritisch gesehen wird, spiegelt eine aktuelle Umfrage des isf Institute for Strategic Finance wider. Das FOM Finanzinstitut hat knapp 500 hochqualifizierte Berufstätige mit guten Verdienstaussichten zur ihrer Einschätzung gegenüber Finanzberatern und -produkten befragt. Ergebnis: Wenn es um Anlageentscheidungen geht, setzen Young Professionals in der Regel auf ihr eigenes Know-how und verzichten auf die Unterstützung durch Finanzberater.
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