Nachhaltige Unternehmensnachfolge – Kooperationsprojekt erforscht Übernahmegründe, Erfolgsfaktoren und Herausforderungen - FOM forscht

Nachhaltige Unternehmensnachfolge – Kooperationsprojekt erforscht Übernahmegründe, Erfolgsfaktoren und Herausforderungen

Was sind Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige Unternehmensnachfolge? Dieser Frage gehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von zwei KompetenzCentren der FOM Hochschule gemeinsam nach: das KompetenzCentrum für Entrepreneurship & Mittelstand (KCE) und das KompetenzCentrum für nachhaltige Entwicklung (KCN). Vor dem Hintergrund, dass kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mehr als die Hälfte aller Arbeitsplätze stellen, kommt einer erfolgreichen Übergabe eine besondere gesellschaftliche Bedeutung zu. Zudem steigt die Zahl der Firmenübernahmen im Bereich der KMU (z. B. Handwerksbetriebe, Gastgewerbe etc.) weiter, wodurch neben ökonomischen auch soziale, ökologische und kompetenzbezogene Aspekte an Bedeutung gewinnen. Ziel des Projektes ist daher, Erfolgsfaktoren für nachhaltige Unternehmensnachfolgen zu identifizieren. Projektpartner ist der Verband Deutscher Bürgschaftsbanken (VDB).

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In einem ersten Pilotprojekt mit dem Titel „Erfolgsfaktoren 2021“, welches mit der Bürgschaftsbank NRW unter der Projektleitung von Lina Uebbing M.Sc. (Stab Geschäftsführung Bürgschaftsbank NRW GmbH) durchgeführt wurde, kontaktierten die Forschenden 769 Übernehmende aus Nordrhein-Westfalen (NRW), die innerhalb des Zeitraums 2013-2019 eine Bürgschaft in Anspruch nahmen. Insgesamt nahmen 118 Unternehmerinnen und Unternehmer an der Online-Befragung zu Erfolgsfaktoren teil. Die meistvertretenen Branchen waren das verarbeitende Gewerbe, Handel/Kfz, sonstige Dienstleistungen, das Baugewerbe sowie das Gesundheits-/Sozialwesen. Die Gruppe der weiblichen Nachfolgenden war mit 18 Rückläufen nur gering vertreten.

Zentrale Ergebnisse des Pilotprojektes aus NRW:

  • Die TOP-3-Übernahmegründe: Existenzsicherung, Selbstständigkeit, Verbundenheit mit dem Unternehmen.
  • Die TOP-3-Herausforderungen einer Übernahme: Organisatorische (insb. Personalführung), juristische (Verträge, Genehmigungen), kaufmännische (Finanzen, Einkauf, Abrechnung)
  • Die genannten Herausforderungen decken sich mit den Kompetenzbereichen, in denen sich die Nachfolgenden im Rückblick mehr Kenntnisse gewünscht hätten. Diese Bereiche sollten Ausgangspunkt für Schulungen der Nachfolgenden sein, um den Übernahmeerfolg zu erhöhen.
  • Ökologische Nachhaltigkeit wird nach der Übernahme als wichtiger erachtet als vor der Übernahme. Insbesondere die älteren Nachfolgenden (> 40 Jahre) bewerten ökologische Aspekte als sehr bedeutend.
  • IT-Kenntnisse werden als vergleichsweise weniger notwendig erachtet. Dies könnte auf bereits vorliegende und als ausreichend bewertete Basiskompetenzen für die Übernahme, aber auch auf spezifische Effekte der erhobenen Stichprobe (z. B. Branchen- oder Befragungseffekte) zurückzuführen sein.

Um auf einer breiteren Datenbasis aufzusetzen – insbesondere auch im Hinblick auf Frauen in der Nachfolge – und die oben genannten Aspekte näher zu untersuchen, ist geplant, das in NRW pilotierte Projekt bundesweit durchzuführen.

Die Projektbeteiligten sind: Prof. Dr. Carsten Kruppe (KCE), Prof. Dr. Christian Härtwig (KCE), Dr. Nadine Pratt (KCN), Prof. Dr. Simone Chlosta (KCE) und Prof. Dr. Sascha Frohwerk (KCE).

Prorektorat Forschung der FOM Hochschule | 07.12.2021 

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