Welcher Zeittyp bin ich? Mit Blutuntersuchung die optimalen Arbeitszeiten individuell für den persönlichen Zeittyp ermitteln – Studie der FOM zu „Chronotypen“ in Kooperation mit der Charité Berlin und weiteren Beteiligten - FOM forscht

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Welcher Zeittyp bin ich? Mit Blutuntersuchung die optimalen Arbeitszeiten individuell für den persönlichen Zeittyp ermitteln – Studie der FOM zu „Chronotypen“ in Kooperation mit der Charité Berlin und weiteren Beteiligten

Eule oder Lerche? Welcher Chronotyp, also Zeittyp sind Sie? Fällt es Ihnen schwer, morgens „in die Gänge“ zu kommen und sind Sie dafür abends lange in Höchstform? Oder ist Ihr Leistungsniveau im Gegenteil dazu in den frühen Morgenstunden am höchsten? Oder doch ganz anders? Und wie passt Ihr Chronotyp zu Ihrem Arbeitsleben?

Methoden zur genauen Feststellung des Chronotyps waren bislang umständlich für die praktische Anwendung im Feld oder von Subjektivität und Ungenauigkeit geprägt. Die Charité Berlin hat jetzt eine Blutuntersuchung entwickelt, „mit der man den Chronotyp eines Menschen einfach, objektiv und genau feststellen kann“, berichtet Prof. Dr. Achim Kramer, Leiter der Chronobiologie am Institut für Medizinische Immunologie der Charité.

Prof. Dr. habil. Thomas Kantermann vom iap Institut für Arbeit & Personal der FOM Hochschule forscht an der FOM in Neuss zum Thema Chronobiologe (Foto: FOM)

Mithilfe dieser Untersuchung hat sich Human-Chronobiologe Prof. Dr. habil. Thomas Kantermann vom Institut für Arbeit & Personal (iap) der FOM Hochschule in Kooperation mit der Charité, der bayrischen Klinik Wartenberg (Akutgeriatrie, geriatrische Rehabilitation und Palliativmedizin) und der aliamos GmbH, die im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements tätig ist, dieses Themas angenommen.

Für die Studie mit dem Titel „Chronotyp-orientierte Personaleinsatzplanung“ (COPEP) wurde bei 128 Mitarbeitenden der Klinik Wartenberg die genannte Blutuntersuchung im Oktober 2019 durchgeführt. Auf Basis der Ergebnisse der Untersuchung sowie weiterer Faktoren wie dem Anfahrtsweg und möglicher privater Betreuungsaufgaben von Kindern oder anderer Personen der Probanden, erklärten sich 51 Personen Anfang April 2020 bereit, neue Arbeitszeiten auszuprobieren.

Alle 128 Probanden erhielten im Oktober 2019 sowie im Mai 2020 bzw. erhalten im Juli 2020 Online-Fragebögen, durch die erfasst werden soll, wie sie sich fühlen, mit Fragen in Bezug auf u. a. ihr Wohlbefinden, ihre Müdigkeit und ihr Schlafverhalten. So können die Antworten derjenigen mit neuen Arbeitszeiten verglichen werden gegenüber denen ohne neue Arbeitszeiten.

Die Ergebnisse sollen helfen, besser zu verstehen, für wen welche Arbeitszeiten biologisch ideal sind. „Es ist wichtig, das persönliche Schlafverhalten und -bedürfnis ernst zu nehmen. Wer dauerhaft am eigenen biologischen Rhythmus ‚vorbei plant‘ oder ‚vorbei lebt‘, schadet seiner psychischen und physischen Gesundheit“, berichtet Professor Kantermann.

„Wir möchten auf Basis der Studienergebnisse die zukünftige Einteilung von Stellen und Schichten vollziehen und damit das Schlafverhalten unserer Mitarbeitenden ernstnehmen“, erklärt Dr. Constantin von Stechow, Geschäftsführer der Klinik Wartenberg.

„Wenn man für eine Stellenbesetzung berücksichtigen kann, ob man es mit einem Früh- oder Spättyp zu tun hat, dann kann sich das nicht nur positiv auf die Lebensqualität, sondern auch auf das Leistungsniveau auswirken. Mit der Studie möchten wir einen Beitrag leisten, hierzu mehr herauszufinden. Durch die Coronakrise hat das Thema nochmals eine größere Bedeutung erhalten. Arbeitszeiten, Schichten ändern sich, damit sich nicht zu viele Personen gleichzeitig in Räumen aufhalten. Mitarbeitende wurden ins Homeoffice geschickt und können durch wegfallende Anfahrtszeiten dort möglicherweise ihren natürlichen biologischen Rhythmus mehr berücksichtigen und spüren gegebenenfalls bereits erste positive Effekte. So oder so, an diesem Punkt sind Anpassungen der Arbeitszeit derart zu gestalten, dass die Gesundheit der betreffenden Personen nicht gefährdet wird“, so Prof. Kantermann weiter.

Die Studie wird finanziert durch die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) und die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

Yasmin Lindner-Dehghan Manchadi M.A. | Referentin Forschungskommunikation | 04.06.2020

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