Auszeichnung „Excellent Paper“ für Research Fellows des isf an der FOM – Thema: Rolle von Robo-Advisors in Deutschland - FOM forscht

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Auszeichnung „Excellent Paper“ für Research Fellows des isf an der FOM – Thema: Rolle von Robo-Advisors in Deutschland

Cam-Duc Au MBA und Philippe Krahnhof M.Sc. LL.M. sind FOM Absolventen. Als Research Fellows engagieren sie sich in der FOM Forschung am Institute for Strategic Finance (isf) und sie promovieren. Bei der „IASTEM – 829th International Conference on Economics and Business Management” (ICEBM) haben sie Mitte Mai ihre neuesten Ergebnisse zum Thema Robo-Advice im Rahmen eines Papers vorgestellt und wurden dafür mit dem Excellent Paper Award ausgezeichnet.

Die FOM Absolventen und aktuellen Research Fellows des Institute for Strategic Finance (isf) der FOM Hochschule Philippe Krahnhof M.Sc. LL.M. und…

„Ursprünglich hatten wir uns auf den persönlichen Austausch und Diskurs in Brüssel gefreut. Schließlich ist das schnelle und direkte Feedback die Motivation hinter einer jeden Konferenzteilnahme“, so Philippe Krahnhof. Sein Forscherkollege Cam-Duc Au ergänzt weiter:

… Cam-Duc Au MBA (beide Fotos: privat)

„Wir freuen uns, dass der internationale Austausch zu unserer Forschung dennoch auf digitalem Wege erfolgreich stattfinden konnte. Es ist schon beeindruckend wie Forscherinnen und Forscher aus China, Indien, Litauen oder eben Deutschland mittels digitaler Technologie zueinander finden können. Das konnte die Pandemie nicht verhindern.“

Für das Paper haben sie die Rolle von Robo-Advisors mit Fokus auf den deutschen Markt untersucht. Hintergrund ist, dass die bestehende Forschungsliteratur überwiegend aus dem amerikanischen bzw. asiatischen Raum kommt und diese aufgrund der kulturellen Unterschiede nur eine begrenzte Aussagekraft für den deutschen „Robo-Markt“ besitzt. Gleichwohl handelt es sich um ein relativ neues Forschungsgebiet, so dass die Studie sowohl einen akademischen als auch praktischen Mehrwert liefert.

Im Rahmen ihres Mixed-Methods-Ansatzes griffen sie dafür auf eine quantitative Umfrage unter 1911 Young Professionals zum Thema Robo-Advisory zurück. Der Datensatz basiert auf der jährlichen Umfrage der Professoren Julius Reiter, Eric Frère, Alexander Zureck und Tino Bensch am isf aus 2017/2018. Die Ergebnisse aus dem quantitativen Teil flossen in die Entwicklung eines Interviewleitfadens, um Experteninterviews (n = 18) mit Vertreterinnen und Vertretern von Banken, Vermögensverwaltungen und Robo-Advisors durchzuführen. Inhaltlich wurden die Transkripte nach dem Schema von Mühlfeld strukturiert und analysiert.

Die wichtigsten Ergebnisse in Auszügen:

  1. Persönliche Beratung ist nach wie vor relevant.
  • 48 % der Befragten gaben an, Finanzentscheidungen gern selbst zu treffen. Lediglich 10 % gehen dafür noch in die Bankfiliale.
  • Als Grund dafür gaben sie u. a. den Vertrauensverlust aus der Finanzkrise an.
  • Experten bestätigen den 10 %-Anteil, aber geben auch an, dass viele Kunden lediglich aus Informations- und Servicegründen das Gespräch suchen. Eine Beratung sei nicht immer notwendig, was das Ergebnis der unabhängigen Finanzentscheider bekräftigt.
  • Unabhängigkeit ist wichtig, aber die Möglichkeit des persönlichen Gesprächs ist nach wie vor ein Thema.
  1. Traditionelle Banken müssen Robo-Advice als komplementäres Angebot vorstellen.
  • Die Umfrage ergab, dass Robo-Advice noch nicht bekannt genug ist bzw. aktuell keine Rolle spielt.
  • Vielmehr zählen folgende Faktoren für die Befragten (in dieser Reihenfolge): (1) Sicherheitsstandards, (2) Vertrauenswürdigkeit, (3) Transparenz, (4) Kosteneffizienz sowie (5) schnelle Prozesse.
  • Experten sind sich einig, dass Robo-Advice zu Kosteneinsparungen führen können (z. B. aufgrund von Regulatorik, Skaleneffekten).
  • Gleichwohl betonen sie, dass kein Robo aktuell „intelligent“ genug sei, um komplexe und individuelle Kundenbedürfnisse zu befriedigen. Ein Grund dafür sei, dass bis dato noch keine künstliche Intelligenz im Einsatz ist.
  • Aktuell reicht es nur für standardisierte Angebote „von der Stange“.
  • Allerdings besteht Konsens, dass Robo-Advice die Beratungsleistung der Zukunft sein wird und digitalaffine Kundinnen und Kunden dies auch verlangen werden, wenn das Angebot stetig verbessert wird.
  1. Hybride Robo-Advisors sind ein vielversprechendes Business-Modell.
  • Hybride „Robos“ kombinieren Mensch und Maschine. Da aktuelle Robos allein noch nicht „intelligent“ genug sind, könnte die Kombination mit einer menschlichen Komponente die Bekanntheit und Akzeptanz auf Seiten von Kundinnen und Kunden erhöhen.
  • Die digitale Leistungslücke durch menschliche Beratung zu schließen, könnte wichtig sein, um den Konsolidierungsprozess auf dem deutschen Markt zu überstehen. Damit Banken dem Ertragsdruck mit einhergehenden Filialschließungen standhalten können, können sie mit digitalen Finanzprodukten neue Kunden gewinnen und folglich neue Erträge generieren.
  • Nur durch hohe Service- und Beratungsqualität kann ein Robo-Advisor ein hohes Volumen an „Assets under Management“ (AuM) erzielen und so ein skalierbares Business führen.

 

Forschungsausblick

„Das Thema Robo-Advice bietet weitere spannende Forschungsansätze, die sowohl quantitativ als auch qualitativ untersucht werden können“, so Finanzwissenschaftler Au, der neben seiner Promotion als Project Manager im Bereich „Digital Strategy & Business Models“ bei der Commerzbank sowie als freiberuflicher Dozent an der FOM Hochschule tätig ist und vorherige Forschungsergebnisse zu diesem Thema 2019 bereits in Barcelona, Spanien, vorgestellt hat. Wir berichteten.

Sein Forscherkollege Krahnhof, ebenfalls freiberuflicher Dozent an der FOM, ist neben der Promotion zudem als Abteilungsleitung der Unternehmensentwicklung eines Handelsunternehmens tätig. Mit Blick auf die nächsten Schritte kündigt er an: „In unseren nächsten Forschungsarbeiten werden wir uns näher mit den Chancen und Risiken des Business-Modells der hybriden Robo-Advisor sowie des möglichen veränderten Kundenverhaltens nach der Corona-Pandemie beschäftigen.“

isf-Direktor Prof. Dr. Dr. habil. Eric Frère, der sie FOM-seitig als Doktorvater im Rahmen ihrer Promotion an der Masaryk Universität betreut, freut sich „sehr über diese Auszeichnung für unsere Absolventen und aktuellen Research Fellows am isf. Sie bestätigt die Aktualität des Themas und würdigt die Forschungsleistungen unser Nachwuchsforscher.“

Yasmin Lindner-Dehghan Manchadi M.A. | Referentin Forschungskommunikation | 03.06.2020

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