Neueste internationale Erkenntnisse aus Forschung und Praxis zum Thema Arbeitszeit und der Verbesserung der Gesundheit und Sicherheit unter Beteiligung aus dem iap in den USA zusammengetragen
Als Leiter der Forschungsgruppe „Chronobiologie und Arbeitsgestaltung“ am Institut für Arbeit & Personal (iap) der FOM Hochschule beschäftigt sich Prof. Dr. habil. Thomas Kantermann mit den Ursachen von Störungen der Gesundheit im Kontext von Arbeitswelt und Arbeitszeit. Er entwickelt Lösungsansätze, durch die die negativen Konsequenzen minimiert werden sollen. National wie international ist seine Expertise zum Thema gefragt, wie wir auch bereits hier im Forschungsblog berichteten.

Im Herbst dieses Jahres hat die Working Time Society (WTS) als wissenschaftliches Komitee der International Commission on Occupational Health (ICOH) für die Themen Arbeitszeit und Schichtarbeit gemeinsam mit der Washington State University ein Symposium in Coeur D‘Alene, USA, veranstaltet. Als einer der elf Direktorinnen und Direktoren des Vorstandes dieser internationalen Vereinigung war Professor Kantermann eingebunden in die Veranstaltung mit dem Titel „24th International Symposium on Shiftwork and Working Time“.
Thema war die Gestaltung von Arbeit, Arbeitszeiten und Umgebungen im Kontext von Wohlbefinden, Schlaf und Gesundheit. 190 Expertinnen und Experten aus 19 Ländern brachten ihre neuesten Erkenntnisse aus Forschung und Praxis zur Verbesserung der Gesundheit und Sicherheit von Schichtarbeiterinnen und -arbeitern zusammen. Es war das zweitbestbesuchte Symposium in der 50-jährigen Geschichte der WTS. In Summe kamen dabei 185 Präsentationen zusammen. Die Keynotes hatten die Titel „Health and Safety Risks Related to Specific Characteristics of Shift Work Scheduling” (Prof. Dr. Anne Helene Garde, National Research Centre for the Working Environment, hier war Prof. Kantermann auch der Chair des Vortrags), „The Economics of Long Work Hours” (Prof. Dr. Michael Belzer, Department of Economics, Wayne State University) und „When Can You Start to Trust an Awakening Brain?” (Prof. Dr. John Axelsson, Stress Research Institute, Stockholm University & Department of Clinical Neuroscience, Karolinska Institute).
„Die Arbeitswelt steht global vor einem Wandel und die Working Time Society als Tochterorganisation der ICOH/WHO ist aktiv daran beteiligt, diesen Wandlungsprozess durch Beratung und Forschung zu begleiten“, so der FOM Wissenschaftler, der Wissenschaftliche Methoden und Psychologie/Biopsychologie an den FOM Hochschulzentren Neuss und Essen lehrt. Anfang des Jahres hat die WTS neun Consensus Papers publiziert (open access), die er gemeinsam mit den weiteren Autorinnen und Autoren bei dem Symposium vorgestellt hat und für dessen Inhalte dort die nächsten Schritte diskutiert wurden.
Die neun Consensus Papers stellen für alle, zu deren fachlichem Bereich das Thema Arbeitszeit gehört, eine Grundlage für aktuelle Information und Konzepte dar.
Inhaltlich decken die Dokumente die folgenden Bereiche ab:
- Medizin: Gesundheit, Prävention, akute und chronische Erkrankungen, Mortalität
- Physiologie: zirkadiane Rhythmen, Schlaf, kardiovaskuläre und hormonelle Muster, Ernährung und Verdauung etc.
- Psychologie: Aufmerksamkeit, Kognition, Stimmung, Wohlbefinden, mentale Gesundheit, etc.
- Soziologie: Arbeitsteams, Familiendynamiken, Arbeitsplatz und soziale Kultur
- Sicherheit: Ermüdung, Gefährdung durch Gefahrstoffe, Risikomanagement etc.
Das Anliegen der WTS bei der Erstellung dieser Dokumente, war, dass alle Interessensgruppen bestmöglich informiert sind bezüglich der Entwicklung, Anpassung und Verhandlung von Arbeitszeitarrangements, -richtlinien, -praktiken und -regularien. So ist es Professor Kantermann zum Beispiel gelungen, dass die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) einen Link zu einem der Consensus Papers mit einen offiziellen Kommentar auf deren Website publiziert hat.
Das 25. Symposium findet im September 2021 in Yugawara, Japan, statt.
Yasmin Lindner-Dehghan Manchadi M.A. | Referentin Forschungskommunikation | 22.11.2019
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