"Next Level" des BGM: 55. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention - FOM forscht

Deprecated: Die Funktion Elementor\DB::is_built_with_elementor ist seit Version 3.2.0 veraltet! Verwende stattdessen Plugin::$instance->documents->get( $post_id )->is_built_with_elementor(). in /var/www/fom-blog.de/www/wp-includes/functions.php on line 5379

„Next Level“ des BGM: 55. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention

Vom 16. bis 18. September 2019 fand die 55. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention in Düsseldorf statt. Das Motto dieses Jahr war: „Neue Ideen für mehr Gesundheit“.

Ganz in diesem Sinne hat Prof. Arnd Schaff das ifgs Institut für Gesundheit & Soziales der FOM vor Ort in einem Workshop vertreten und die Frage gestellt: Wie sieht die nächste Evolutionsstufe im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) aus?

Prof. Dr. Arnd Schaff vom Institut für Gesundheit & Soziales hat an der Tagung der DGSMP teilgenommen und nach zukünftigem BGM gefragt. (Foto: Kerstin Bögeholz)

Die Arbeitswelt befindet sich im Umbruch: Arbeit 4.0 ist in aller Munde, angetrieben durch Digitalisierung, Virtualisierung und Globalisierung. Nachdem die letzte Welle der Automation insbesondere einfachere Industrietätigkeiten erfasst und auch die Globalisierung vor allem durch Verlagerungen Einfluss auf die Industriearbeit genommen hat, sind nun auch höher- und höchstwertige Tätigkeitsfelder immer stärker von den drei großen Trends betroffen.

Der Einkäufer von Morgen ist nun vom Home Office als Freelancer für 4 Unternehmen auf 3 Kontinenten tätig. Der Arzt interagiert von seiner Praxis aus mit einem Medizinroboter, um auch weit entfernte Patienten zu betreuen. Die Entwicklerin arbeitet abends, nachdem die Kinder schlafen gegangen sind, in einer virtuellen 3-D Laborsimulation an neuen Produkten. Eine Arbeitsgruppe wird von einer Künstlichen Intelligenz geführt. Auch wenn diese Beispiele zum Teil noch weit entfernt zu sein scheinen, geht es schon heute um die Entwicklung passender präventiver Gesundheitskonzepte.

Betriebliches Gesundheitsmanagement befindet sich zurzeit auch in einer Digitalisierungswelle: Apps versprechen durch Mobilität und Interaktivität neue Zugänge zu Gesundheit, neue Formen der Datenanalyse erlauben zielgerichteteres Handeln und der Gamification-Faktor soll die Motivation steigern.

Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage: reichen die aktuellen Antworten des BGM auf die drei großen Trends aus? Oder steht BGM, trotz all der neuen technischen Möglichkeiten, den neuen Herausforderungen eigentlich ohne Lösung und eher hilflos gegenüber? Worin besteht die nächste Stufe der Evolution des BGM wirklich?

In einem Workshop der DGSMP wurden erste Antworten auf diese Fragen erarbeitet: das BGM der Zukunft ist mehr fokussiert auf:

  • die Wirtschaftlichkeit des BGM als Voraussetzung für eine wirklich breite Anwendung. Heute fehlt es noch deutlich an wissenschaftlichem Unterbau in Form von Analyse und Studien bezüglich der monetär bewertbaren Ergebnisse von BGM. Mit einem solchen Fundament kann es gelingen, auch Führungskräfte für das BGM zu begeistern, die heute noch skeptisch sind. Auch wenn es sehr viele und vielleicht auch bessere Gründe als wirtschaftliche Überlegungen für die Gesunderhaltung der Belegschaften gibt, so ist die betriebswirtschaftliche Argumentation trotzdem die entscheidende Voraussetzung für den Einsatz.
  • die Haltung vieler Unternehmen gegenüber älteren Mitarbeitenden: vom „Gegenstand“ in Vorruhestandsregelungen hin zu einer Sichtweise als wertvolle Ressource im Unternehmen; mit hohem Anspruch an Motivation und Gesundheit in dieser Gruppe. Auf diese Weise kann es gelingen, dem Fachkräftemangel durch die erhöhte Leistungsfähigkeit und –bereitschaft der älteren Belegschaften Herr zu werden.
  • die Motivation der heutigen und künftigen Studierenden, sich in dem Zukunftsfeld BGM auch im Studium und in der Forschung zu engagieren, selbst wenn heute die Möglichkeiten im beruflichen Bereich noch überschaubar sind.
  • die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Generationen im Unternehmen, sodass Stereotype und Vorurteile abgebaut und eine gesundheitsförderliche Atmosphäre geschaffen werden kann (statt einem Klima des Misstrauens und der Vorverurteilungen).

Support Forschung der FOM Hochschule | 21.10.2019

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

3 + neunzehn =