Konsequenzen der digitalen Transformation für die Wirtschaftskommunikation - ein Interview - FOM forscht

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Konsequenzen der digitalen Transformation für die Wirtschaftskommunikation – ein Interview

Vor wenigen Wochen ist der Tagungsband zur „EUKO 2017“ erschienen, herausgegeben von Prof. Dr. Marcus Stumpf. Er ist wissenschaftlicher Leiter des KCMS KompetenzCentrum für Marketing & Sales Management und hat im Jahr 2017 die 17. interdisziplinäre Tagung des Forschungsnetzwerkes „Europäische Kulturen in der Wirtschaftskommunikation – European Cultures in Business and Corporate Communication“, kurz: EUKO, an der FOM Hochschule in Frankfurt am Main organisiert und geleitet.

Stumpf, M. (Hrsg.): „Digitalisierung und Kommunikation. Konsequenzen der digitalen Transformation für die Wirtschaftskommunikation“ – Tagungsband zur EUKO 2017 (Foto: FOM)

Herr Professor Stumpf, wie ist es dazu gekommen, dass Sie die Organisation übernommen haben?

Prof. Dr. Marcus Stumpf: Ich gehöre bereits seit einigen Jahren zum engeren Kreis des Forschungsnetzwerkes EUKO. Die Kooperation organisiert jährliche Symposien in verschiedenen europäischen Ländern zu spezifischen Themen aus dem Bereich der interkulturellen Wirtschaftskommunikation. Ins Leben gerufen wurde sie im Jahr 2000 auf Initiative der Abteilung Interkulturelle Wirtschaftsgermanistik des germanistischen Instituts der finnischen Universität Åbo Akademi in Zusammenarbeit mit der Universität Regensburg und der dänischen Wirtschaftshochschule Århus.

Bisher haben in konstanter Zusammenarbeit vor allem Universitäten und Wirtschaftshochschulen aus Darmstadt, Nijmegen, Århus, Åbo, Hamburg, Regensburg, Luzern, Salzburg, Riga und Eichstätt aktiv an der Weiterentwicklung der Kooperation teilgenommen. Der Grund zur Etablierung und ständigen Erweiterung dieser internationalen Kooperation ist die Einsicht, dass das heutige internationalisierte und vielschichtige Wirtschaftsleben vor Herausforderungen gestellt ist, die nicht immer lediglich aus der Perspektive eines einzelnen Fachbereichs in überzeugender Weise gemeistert werden können. Die Kooperation sucht daher bewusst auch den Kontakt zwischen Forschung und Praxis aus den verschiedenen Bereichen des modernen Wirtschaftsalltags und fördert den Dialog aus interdisziplinärer und interkultureller Perspektive. Die Teilnehmenden kommen entsprechend u.a. aus den Bereichen Kulturtheorie, Sprachwissenschaft, Medien, Marketing, Organisationstheorie, Interkulturelle Kommunikation, Personalwesen und Kulturpsychologie.

Was war der Anlass für den Tagungstitel „Digitalisierung und Kommunikation“?

Unter dem Begriff der Digitalisierung − oft auch als digitale Revolution bezeichnet − versteht man die Autonomisierung, Flexibilisierung und Individualisierung bestehender Prozesse, die durch digitale Technologien und innovative Geschäftsmodelle hervorgerufen werden. Als Folge dieser Entwicklung kam es im Laufe der Jahre zu Trends wie beispielsweise Big Data oder Cloud Computing, einem enorm wachsenden Einsatz mobiler Endgeräte sowie der Entstehung von intelligenten, selbststeuernden Prozessen. In der zunehmend digitalen Kommunikation werden die Kanäle und Plattformen immer zahlreicher. WhatsApp, Facebook, YouTube, Twitter, Instagram, Snapchat, kommerzielle Blogs – um nur einige externe Kanäle zu nennen – wetteifern um die Aufmerksamkeit verschiedener Zielgruppen. Hinzu kommen die eigenen digitalen Kanäle der Unternehmen: Unternehmensblogs – wir als Hochschule betreiben einen Forschungsblog –, Wikis, digitale Presseräume, Online-Foren oder traditionelle E-Mails. Den Möglichkeiten, digital zu kommunizieren, scheinen kaum noch Grenzen gesetzt. Die Tagung ging daher den Fragestellungen nach, wie die Unternehmens- und Marketingkommunikation mit dieser Komplexität umgeht? Und: Was funktioniert wo, wann und wie gut? Wie werden welche Zielgruppen am besten erreicht und welche technischen Möglichkeiten gibt es überhaupt, um Inhalte zu produzieren und zu distribuieren? Man ging dabei von einem weiten Verständnis der beiden Begriffe „Kommunikation“ und „Digitalisierung“ aus. Willkommen waren vor allem Vortragsthemen mit neuen Ansätzen und Studien, die beide Themen verknüpfen, sowie Beiträge aus allen Wissenschaftsbereichen – der Kommunikationswissenschaft, Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Psychologie, den Ingenieurswissenschaften, Rechtswissenschaften usw. – und das sowohl im Bereich der Grundlagenforschung als auch in dem der angewandten Forschung. 

Und was war das Ziel der Tagung? 

Der Kongress hat zum Ziel, sowohl international herausragende Forschende, Praktikerinnen und Praktiker als auch angehende Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Studierende aus verschiedenen Fachbereichen unter einem gemeinsamen Themenspektrum zusammenzuführen. Er strebt auch Synergien zwischen den teilnehmenden Fachbereichen zu verschiedenen Anspruchsgruppen mit Relevanz für das heutige Wirtschaftsleben an.

Ziel war wie bei jeder EUKO-Tagung zudem, nicht nur die verschiedenen Disziplinen, die sich der Erforschung der Wirtschaftskommunikation widmen, zusammenzubringen, sondern auch einen Austausch zwischen Theorie und Praxis sowie zwischen Wissenschaft und Kommunikationsspezialisten anzuregen.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtisten Informationen zum Tagungsband, der jetzt unter dem Titel „Digitalisierung und Kommunikation. Konsequenzen der digitalen Transformation für die Wirtschaftskommunikation“ erschienen ist?

Der Sammelband, der auf den Vorträgen der Tagung basiert, vereinigt entsprechend ganz unterschiedliche Beiträge, sowohl bezüglich der disziplinären und methodischen Zugänge als auch der thematischen Fokusse. Im ersten Teil befassen sich verschiedene Beiträge mit den Grundlagen der digitalen Transformation und Kommunikation. Als ein Themenschwerpunkt kristallisierte sich zudem die Digitalisierung im Kontext der Industrie, Arbeit, Führung und Marketing 4.0 heraus, dessen Beiträge im zweiten Teil zusammengefasst sind.

Mit der digitalen Kommunikation ergeben sich Herausforderungen für die Compliance sowie rechtliche Konsequenzen, die im dritten Teil betrachtet werden. Die Darstellung konkreter Ausprägungen digitaler Kommunikation, wie z.B. Twitter und Social Bots, liefern die Beiträge des vierten Teils. Im fünften Teils geht es schließlich um Beispiele digitaler Transformation und Kommunikation von verschiedenen Unternehmen und Organisationen. Durch die thematische und disziplinäre Breite der Beiträge gelingt es so, einen ersten Überblick über die Digitalisierung und deren Auswirkungen auf die Wirtschaftskommunikation zu skizzieren.

 

Die EUKO-Tagung wird im Jahr 2022 am FOM Hochschulzentrum Hamburg stattfinden. Organisiert und geleitet wird sie erneut durch Professor Stumpf, der am FOM Hochschulzentrum Frankfurt am Main lehrt und forscht, sowie Professorin Boßow-Thies vom FOM Hochschulzentrum Hamburg.

Das Interview führte Yasmin Lindner-Dehghan Manchadi M.A. | Referentin Forschungskommunikation | 28.06.2019 

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