Internationales Verbundforschungsprojekt zur Analyse der Clusterpolitik verschiedener Nationen - FOM forscht

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Internationales Verbundforschungsprojekt zur Analyse der Clusterpolitik verschiedener Nationen

Im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojektes hatte das KompetenzCentrum für interdisziplinäre Wirtschaftsforschung & Verhaltensökonomie (KCI) der FOM Hochschule in Frankfurt a. M. Forschungsbesuch aus Polen.

V.l.: Dipl.-Oec. Felix von Dobschütz, Gesamtgeschäftsleitung FOM Hochschulzentrum Frankfurt a. M., Dr. Anna Jankowiak und Prof. Dr. Drelich-Skulska, beide Wrocław University of Economics (UEW), Prof. Dr. Winand Dittrich, wissenschaftlicher Leiter Bereich Verhaltensoekonomie des KCI der FOM Hochschule (Foto: FOM)

Die Gastwissenschaftlerinnen waren die Vizekanzlerin für internationale Beziehungen der Wrocław University of Economics (UEW), Prof. Dr. Drelich-Skulska, und Dr. Anna Jankowiak. Sie leitet das International Cooperation Center der UEW und ist stellvertretende Direktorin des Forschungsinstituts „Asia – Pacific Research Center (APRC)“.

Zusammen mit Prof. Dr. Winand Dittrich, dem wissenschaftlichen Leiter des Bereiches Verhaltensoekonomie am KCI, forschen die polnischen Wissenschaftlerinnen zur Clusterpolitik verschiedener Nationen.

Wir trafen Dr. Jankowiak zum Interview.

Frau Dr. Jankowiak, wie würden Sie das gemeinsame Forschungsprojekt beschreiben?

Dr. Anna Jankowiak: Unser Verbundforschungsprojekt beschäftigt sich mit Clusterpolitik, die in der Wirtschaft verschiedener Nationen verankert ist. Erstes Ziel dieser Forschung ist, aufzuzeigen, wie unsere Analyse-Tools gemeinsame und unterschiedliche Elemente des theoretischen wissenschaftlichen Fokus ebenso wie praktische Anwendungen der Clusterpolitik ans Licht bringen. Zweites Ziel ist die Analyse der Effektivität der Clusterpolitik für die lokale Entwicklung. Wir analysieren Länder mit unterschiedlichen Geschichten wirtschaftlicher Entwicklung in einer globalisierten Wirtschaft, beginnend mit Deutschland und Polen bis hin zu Ländern wie den Vereinigten Staaten, Kanada, Indien, China und Dänemark.

Wie haben Sie sich kennengelernt?

Dr. Anna Jankowiak: Die Initiative ging von Professor Winand Dittrich aus, der uns erstmals im April 2017 kontaktierte. Nach einer sehr produktiven wissenschaftlichen Diskussion via E-Mail wurde unser polnisches Team eingeladen, das KCI zu besuchen. Professor Dittrich besuchte uns bisher dreimal. Da unser Forschungsprojekt sehr effizient und zügig verläuft und die jetzige Forschungsphase sehr arbeitsreich ist, sind wir zum aktuellen Zeitpunkt in Frankfurt.

Wie haben Sie die Idee des gemeinsamen Forschungsprojektes entwickelt?

Dr. Anna Jankowiak: Während unseres ersten Besuches am KCI hatten wir die Möglichkeit, die Forschungsumgebung der FOM Hochschule kennenzulernen. FOM Kanzler Herr Dr. Beschorner und Vizekanzler Herr Hohoff haben unsere Vizekanzlerin für internationale Beziehungen, Frau Professorin Dr. Drelich-Skulska, und unsere Delegation, Herrn Dr. Mazurek und mich, freundlicherweise umfangreich über die Aktivitäten der FOM informiert. Zudem hatten wir die Möglichkeit, durch verschiedene Präsentationen sowohl Weitergehendes über die von Herrn Professor Dittrich betreuten Forschungsprojekte am KCI zu erfahren als auch unsere eigene Forschung der Wrocław University of Economics vorzustellen. Bereits nach dem ersten Zusammentreffen mit Professor Dittrich wurde klar, dass die Forschungsthemen und -gebiete sich sehr stark ähneln und dass seitens beider Teams großes Interesse an einem deutsch-polnischen Forschungsprojekt bestand. Wir waren uns schnell einig, dass Cluster das passende Thema des gemeinsamen Projektes sind, so dass wir dieses weiter vertieften. Das Ziel des jetzigen Treffens ist, Forschungsfragen für unser gemeinsames Projekt zu formulieren und die Projektaktivitäten unter den Teammitgliedern aufzuteilen.

Mit welchem Ansatz nähern Sie sich dem Projekt?

Dr. Anna Jankowiak: Innerhalb des Projektes nutzen wir einen makroökonomischen Ansatz, da wir Clusterpolitik und den Einfluss auf den Entwicklungsprozess thematisieren. Während unseres jetzigen Forschungstreffens möchten wir ein Modell entwickeln, welches uns hilft, die Auswirkungen einer Clusterpolitik zu bemessen. Diese Vorgehensweise wird in Deutschland und Polen umfangreich genutzt, wenngleich wir die Auswirkungen solcher Vorgehensweisen in Bezug auf das messbare Ergebnis nicht kennen.

Welche praktischen Resultate erwarten Sie von dem Projekt? Erwarten Sie unterschiedliche Ergebnisse für beide Länder?

Dr. Anna Jankowiak: Heutzutage hat die sogenannte Wissensgesellschaft das Verständnis von Clustermodellen in verschiedenen Ländern auf unterschiedliche Weise verändert. Die Analyse von Clusterpolitik in Deutschland, Polen und anderen Ländern auf einem Makrolevel wird uns helfen, die Entwicklung der Vorgehen und deren Anwendung im wirtschaftlichen Wachstum aufzuzeigen. Wir erwarten mit Abschluss unseres Forschungsprojektes, in der Lage zu sein, Clusterpolitik hinsichtlich ihrer Nützlichkeit und Effektivität für die lokale Entwicklung bewerten zu können. Wir glauben, dass wir, bedingt durch die Unterschiede im Bereich der Vorgehensmodelle, der Skalierungen und Inputs unterschiedliche Resultate in Deutschland und Polen erzielen werden. Unsere Erwartung ist, dass uns der Vergleich zweier unterschiedlicher, wenn auch eng verwandter Level wirtschaftlicher Entwicklung – wie wir sie in unseren beiden Ländern vorfinden, welche durch die EU-Rahmenvorschriften stark miteinander verbunden sind – dabei helfen wird, essentielle Marker zur Bewertung von Clusterprogrammen zu identifizieren. Wir beabsichtigen, ein universelles Cluster Policy-Modell zu schaffen, das wir durch unsere komplementierenden Stärken in unserer zukünftigen Kooperation zwischen dem KCI und unserem Asia Pacific Research Center nutzen können.

Wie wichtig ist internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit für Ihre Universität?

Dr. Anna Jankowiak: Sie ist in der Form wissenschaftlicher Verbundprojekte und -zuschüsse äußerst wichtig für die Entwicklung der Wrocław University of Economics. Aus diesem Grund wurde eben dies Teil der Internationalisierungsstrategie unserer Universität. Aktuell besteht die Möglichkeit spezieller finanzieller Zuschüsse für die Schaffung internationaler Forschungsteams. Wir haben Professor Dittrich eingeladen, Mitglied unseres Teams zu werden und sind sehr erfreut und dankbar darüber, dass er unser Angebot angenommen hat. Dies wird uns helfen, unsere Forschung internationaler, komplexer und wettbewerbsfähiger zu gestalten. In einer globalisierten Welt muss Forschung in Kooperation mit Wissenschaftlern aus verschiedenen Ländern stattfinden. Das ermöglicht uns eine neue und interessante Herangehensweise an die Thematik der Clusterpolitik in der ganzen Welt.

Könnten Sie, aus einem ökonomischen Blickwinkel betrachtet, bei dem Vergleich der wirtschaftlichen Regionen rund um Wrocław und Frankfurt einige Ähnlichkeiten und Unterschiede hervorheben?

Dr. Anna Jankowiak: Frankfurt und Wrocław sind tatsächlich Städte, die sich sehr ähneln. Wrocław hat zum jetzigen Zeitpunkt rund 700.000 Einwohner und ist somit nur geringfügig kleiner als Frankfurt. Da Wrocław für eine lange Zeit eine deutsche Stadt war, gibt es sogar verwandte Architekturen. Zwischen Frankfurt und Wrocław liegt lediglich eine Stunde Flugzeit und die Reisen zwischen beiden Städten sind daher sehr angenehm. Wenn man die beiden Städte jedoch von einem wirtschaftlichen Blickwinkel aus betrachtet, gibt es einige Unterschiede. Zu allererst ist Frankfurt das finanzielle Zentrum und viele Banken haben hier Ihren Hauptsitz. Leider können wir Wrocław nicht als finanzielles Zentrum, jedoch als IT-Zentrum Polens bezeichnen. In der Region um Wrocław sind viele ausländische Unternehmen ansässig, nicht nur aus dem IT-Sektor, sondern auch aus der Automobilproduktion, dem Callcenterbereich und so weiter. Als zweites genannt sei die Größe des Flughafens. Frankfurt ist ein Knotenpunkt vieler Airlines. Der Flughafen in Wrocław ist ebenfalls ein internationaler Flughafen, allerdings ist dieser eher als lokaler Flughafen zu betrachten. Ich denke, es lassen sich viele Gemeinsamkeiten und Unterscheide nennen. Das Wichtigste ist jedoch, dass es sich bei beiden Städten um schnell wachsende handelt und wir voneinander lernen können, wie lokales Wachstum erzeugt werden kann.

Haben Sie etwas Neues über Frankfurt oder die Region gelernt?

Dr. Anna Jankowiak: Frankfurt ist eine schöne Stadt mit vielen Hochhäusern. Wir haben die Stadt nun schon ein paar Mal besucht und dennoch jedes Mal etwas Interessantes entdeckt. Gestern haben wir die berühmte Frankfurter grüne Soße zum ersten Mal probiert und finden Sie köstlich.

Empfinden Sie die Forschungskultur beider Länder als sehr verschieden?

Dr. Anna Jankowiak: Wir können keine Unterschiede hinsichtlich der Forschungskultur zwischen Deutschland und Polen feststellen. Wir glauben, dass es keine Grenzen in der internationalen Forschung gibt. Aus diesem Grund kann gemeinsame Forschung zwischen unterschiedlichen Ländern überhaupt erst stattfinden – und ist einfacher als je zuvor!

Wie haben Ihnen die Besuche am KCI des FOM Hochschulzentrums Frankfurt am Main gefallen?

Dr. Anna Jankowiak: Die Besuche haben uns sehr gefallen. Bei jedem Besuch hier konnten wir sehr inspirierende Forschungsdiskussionen mit Professor Dittrich führen und hatten die Gelegenheit, viele KCI-Mitglieder zu treffen, die offen für weitere Kooperationen sind. Wir sind wirklich beeindruckt von der Infrastruktur des FOM Hochschulzentrums Frankfurt. Das Gebäude, die Vorlesungs- und Konferenzräume, der Internetzugang – alles ist sehr gut organisiert und ausgestattet. Im KCI herrscht eine freundliche Atmosphäre und wir fühlen uns hier sehr wohl. Ich möchte diese Gelegenheit daher nutzen, um Professor Dittrich für seine Gastfreundschaft und sein Engagement innerhalb unseres Projektes zu danken. Ein weiteres Dankeschön gilt natürlich auch dem KCI und dem Team der FOM für das herzliche Bewillkommnen in Frankfurt.

Herzlichen Dank, Frau Dr. Jankowiak! 

 

Das Interview führte Yasmin Lindner-Dehghan Manchadi M.A., Referentin Forschungskommunikation, 19.12.2018 

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