Mikroprudenzielle Variablen und das Risiko von Kreditinstituten am Beispiel des dänischen Bankensektors - FOM forscht

Mikroprudenzielle Variablen und das Risiko von Kreditinstituten am Beispiel des dänischen Bankensektors

In seinem aktuellen Forschungspapier analysiert Prof. Dr. Peter Schmid, assoziiert an den FOM Forschungseinrichtungen isf (Institute for Strategic Finance) und ifes (Institut für Empirie & Statistik), die Zusammenhänge zwischen mikroprudenziellen Variablen und dem Risiko von Kreditinstituten am Beispiel des dänischen Bankensektors in den Jahren 2000 bis 2015.

Prof. Dr. Peter Schmid, assoziierter Wissenschaftler an den FOM Forschungseinrichtungen isf (Institute for Strategic Finance) und ifes (Institut für Empirie & Statistik) der FOM Hochschule, forscht zu mikroprudenziellen Variablen (Foto: FOM)

Gemeinsam mit seinen Co-Autoren Prof. Dr. Johannes Dreyer und Victoria Zugrav von der Universität Roskilde, Dänemark, unterscheidet er dabei zwischen individuellem, systematischem und systemischem Risiko. Sie identifizieren Risikofaktoren, wie die Größe einer Bank, ihre Kapitalisierungsstruktur, ihre organisatorische Komplexität und den Grad des Engagements außerhalb des Einlagen- und Kreditgeschäfts.

Interessant dabei ist, dass die Bankengröße einen positiven Zusammenhang mit dem systematischen und systemischen Risiko einer Bank aufweist, dagegen aber kein Zusammenhang mit dem individuellen Risiko einer Bank nachweisbar ist. „Je höher ceteris paribus die Bilanzsumme, desto höher das systematische und systemische Risiko. Für das individuelle Risiko konnten wir aber keinen Zusammenhang nachweisen“, so Professor Schmid.

Ebenso interessant ist die Bedeutung der marktbasierten Aktivitäten einer Bank, durch die das Engagement außerhalb des Einlagen- und Kreditgeschäftes operationalisiert wird. „Hier sehen wir einen Zusammenhang negativer Art mit dem individuellen Risiko, das heißt, dieses sinkt mit zunehmendem Anteil der marktbasierten Aktivitäten. Allerdings erhöhen sich das systematische und systemische Risiko bei sonst gleichen Gegebenheiten“, sagt der FOM Wissenschaftler. Damit ergebe sich hinsichtlich dieser Steuerungsgröße ein Trade-Off zwischen dem Ziel der Senkung des individuellen Risikos auf der einen und des systematischen wie systemischen Risikos auf der anderen Seite.

Die Ergebnisse der Arbeit sind für Praktikerinnen und Praktiker im Risikomanagement ebenso von Interesse wie für die Aufsichtsbehörden, da nach Auffassung der AutorInnen die identifizierten Risikofaktoren zur Risikosteuerung in der Finanzbranche genutzt werden können. Professor Schmid: „Da es sich bei Dänemark um eine kleine Volkswirtschaft mit einem hochkonzentrierten Bankensektor handelt, wäre es allerdings interessant, ob sich diese Zusammenhänge auch auf Märkten mit geringerer Konzentration zeigen.“ Es bleiben damit auch für die Zukunft noch zu beantwortende Fragen.

Der Aufsatz wurde im Czech Journal of Economics and Finance „Finance a úvěr“ veröffentlicht und kann unter http://journal.fsv.cuni.cz/mag/article/show/id/1413 kostenlos abgerufen werden.

Zusammen mit drei weiteren Aufsätzen bildet er eine Spezialausgabe zum Thema „Rethinking Risk in Financial Markets and Institutions“. Eine frühere Version des Aufsatzes wurde von Professor Schmid Ende 2017 auf der 16th International Conference on Finance and Banking in Ostrava, Tschechien, präsentiert.

Professor Schmid lehrt in den Bereichen ABWL, Finance & Economics und quantitative Methoden am FOM Hochschulzentrum München.

18.10.2018 

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