Wirksamkeit von agilen Frameworks im Kultur- und Musikmanagement – konzeptionelle Ausarbeitung vorgestellt in Portugal - FOM forscht

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Wirksamkeit von agilen Frameworks im Kultur- und Musikmanagement – konzeptionelle Ausarbeitung vorgestellt in Portugal

Kann kreative Arbeit mit agilen Management Frameworks organisiert werden? Welche agilen Techniken aus dem Werkzeugkasten von Kanban, Scrum und Holakratie sind für die Herausforderungen im Musikmanagement geeignet?

Daniela Schwarz M.A. (Foto: privat)

Diesen Kernfragen ging FOM Absolventin Daniela Schwarz in ihrer Master-Abschlussarbeit „Wirksamkeit von agilen Frameworks im Kultur- und Musikmanagement – eine konzeptionelle Ausarbeitung“ anhand von explorativ-informativen Experteninterviews mit Projektleitern aus der Musikwirtschaft nach. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr.-Ing. Michael Schaffner, kooptierter Wissenschaftler am KompetenzCentrum für Technologie- und Innovationsmanagement (KCT) an der FOM Hochschule in Berlin.

Prof. Dr.-Ing. Michael Schaffner, kooptierter Wissenschaftler am KompetenzCentrum für Technologie- und Innovationsmanagement, Bereich Wissensmanagement (Foto: FOM)

Wissenschaftlichen Erfolg erlangte Frau Schwarz mit der Einladung zur Präsentation ihrer Forschungsergebnisse auf der 19. internationalen Konferenz XP2018 für agile Softwareentwicklung in Porto, Portugal. Dort trafen sich im Mai internationale Wissenschaftler mit namhaften Praktikern aus der Wirtschaft, um die neuesten Innovationen, Forschungsergebnisse, Erfahrungen und Trends zu präsentieren und diskutieren.

Frau Schwarz konnte in ihrer Forschungsarbeit die zentralen Herausforderungen „Mangel an Kommunikation“, „Fehlen von Standards zur Arbeitsorganisation“ und „Überlastung und Überforderung von Mitarbeitern“ identifizieren, mit denen sich Kulturschaffende auf Team- und Projektebene in ihrem Arbeitsalltag konfrontiert sehen.

Die besondere Problematik der Musikindustrie steckt laut der Forscherin in ihrem Charakter. Viele Kulturschaffende haben sich ihr Hobby zum Beruf gemacht, entsprechend ist die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit schwer zu ziehen. Die Atmosphäre in den Unternehmen, der sogenannte „Vibe“, nimmt nach Ansicht eines der Befragten solch eine prominente Rolle ein, dass die Einführung von Mindeststandards gehemmt wird. Seiner Ansicht nach muss in Unternehmen der Musikindustrie ein Ausbrechen aus Routinen nicht nur ermöglicht werden, sondern sollte explizit erwünscht sein, um Kreativität zu begünstigen. Er sieht den Vibe in Gefahr, sobald Routinen und Standards eingeführt werden, wie man sie zum Beispiel im klassischen Management vorfindet. Im Vergleich zu den Strukturen in der Musiklandschaft werden sie als langweilig betrachtet. Alle Befragten sind sich in einem Punkt jedoch ausgesprochen einig: Die Einführung von Mindeststandards und Routinen wird grundsätzlich als notwendig empfunden.

An dieser Stelle setzt Frau Schwarz mit ihrer Forschung an. Sie nutzt agile Methoden aus dem Blickwinkel der Organisationsgestaltung. In ihrer Forschung geht sie so weit, dass sie die individuellen Persönlichkeiten und Charaktere, welche in der Musikwirtschaft anzutreffen sind, auf der Ebene einer agilen Arbeitsorganisation miteinander vereint. In agilen Management Frameworks sieht sie einen adäquaten Ansatz, um den speziellen Bedürfnissen und Herausforderungen in den Organisationen der Musikwirtschaft gerecht zu werden bzw. sie auflösen zu können.

Agile Frameworks haben mehr als reines Projektmanagement zu bieten. Auf der Grundlage eines agilen Mindsets werden Werte und Prinzipen wie Respekt, Mut, Offenheit und Transparenz zelebriert, die aus Sicht von Daniela Schwarz den Nerv der Kulturschaffenden ansprechen könnten. Agile Techniken wie cross-funktionales Arbeiten und selbstorganisierte Teams sind in der Musikwirtschaft bereits etabliert. Parallel dazu bieten agile Frameworks eine Kommunikationsarchitektur, die auf Informiertheit, Synchronisation und Retrospektive setzt und die direkte Kommunikation unter Teammitgliedern wiederholt fördert und somit ausreichend Raum zur Reflexion und kontinuierlichen Verbesserung von Arbeitsprozessen lässt. „Ich betrachte Agile Management Frameworks aus der Perspektive der Organisationsgestaltung. Ziel meiner Untersuchungen ist es, ein Design zu identifizieren, das zu den spezifischen Persönlichkeiten der Musikindustrie passt und ihren individuellen Bedürfnissen in Bezug auf Zusammenarbeit und Unternehmenskultur entspricht“, so Daniela Schwarz.

Ihr ausführliches Abstract „Effectiveness of Agile Frameworks in Music Management“ wurde für die begleitenden Publikationen zur XP2018 Konferenz lizenziert und wird über ACM Publications veröffentlicht. Voraussichtlich ab September wird es hier herunterladbar sein (Achtung: Vorher funktioniert der Link nicht!).

Professor Schaffner wird auch künftig die Forschungsarbeiten zur Agilität in der Kultur- und Kreativwirtschaft von Frau Schwarz begleiten, die sich als KCT-Research Fellow an der FOM Hochschule weiter wissenschaftlich engagieren möchte.

01.08.2018 

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