„Mut zur Innovation erzeugen“ – Frühjahrstagung des AK Hochschulen der DeGEval an der FOM in Essen - FOM forscht

„Mut zur Innovation erzeugen“ – Frühjahrstagung des AK Hochschulen der DeGEval an der FOM in Essen

„Wie können Qualitätsmanagement- und Steuerungssysteme so weiterentwickelt werden, dass sie Hochschulen auf ihren neuen Wegen unterstützen?“ Das war die zentrale Frage des Arbeitskreises Hochschulen der Gesellschaft für Evaluation e.V. (DeGEval), der zu seiner Frühjahrstagung jetzt an der FOM Hochschule in Essen zusammenkam. Rund 70 Vertreter von Hochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nahmen an der zweitägigen Veranstaltung teil. Die DeGEval ist seit mehr als 20 Jahren die Fachgesellschaft im deutschsprachigen Raum für Forschung und Praxis der Evaluation.

Veranstalter der Frühjahrstagung (v.l.): Das Sprecherteam des AK Hochschulen Prof. Dr. Philip Pohlenz, Dr. Susan Harris-Hümmert sowie Dr. Lukas Mitterauer und Prof. Dr. Frank P. Schulte, wissenschaftliche Leitung Evaluationsbüro FOM Hochschule (Foto: FOM)

Zur Eröffnung betonte Dr. Susan Harris-Hümmert, Co-Sprecherin des Arbeitskreises Hochschulen und Assistent Professorin an der deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer: „Hochschulen sind seit vielen Jahrhunderten äußerst erfolgreiche Organisationen. Insbesondere durch ihre Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit an neue Anforderungen haben sie sich immer wieder neu erfunden.“ Anschließend beschrieb der Rektor der FOM, Prof. Dr. Burghard Hermeier, in seinem Grußwort die Bemühungen seiner Hochschule, wie sie mit neuen Herausforderungen und Änderungen seit der Systemakkreditierung umgegangen ist, die Einfluss auf die Qualität in Studium und Lehre haben können.

Dieses Thema zog sich wie ein roter Faden durch die Frühjahrstagung und wurde auch von den anderen beiden Sprechern des Arbeitskreises aufgegriffen. Prof. Dr. Phillip Pohlenz, Professor für Hochschulforschung an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg erklärte: „Immer mehr wird deutlich, dass nur ein sorgfältiger Ausgleich zwischen Individualisierung und Standardisierung von Qualitätsmanagement-Systemen der wachsenden Heterogenität von Hochschulen gerecht werden kann“. Dr. Lukas Mitterauer, Qualitätssicherung Universität Wien, ergänzte: „QM-Systeme müssen Mut zur Innovation erzeugen statt bestehende Strukturen fortzuschreiben.“

In zahlreichen Fachvorträgen wurden aktuelle Weiterentwicklungen der internen Qualitätsmanagement-Systeme theoretisch und praxisorientiert präsentiert. Insbesondere in den Vorträgen der Vertreter von systemakkreditierten Hochschulen wie beispielsweise der Universität Mainz, Universität Stuttgart, der FH Münster und der FOM Hochschule stand das Verhältnis von internen Verfahren zur Qualitätsentwicklung und externer Akkreditierung im Fokus. So stellten Judith Topp und Bernhard Minke, die im Stab des Rektors der FOM die aktuelle System-Reakkreditierung koordinieren, die Entwicklung des Qualitätsmanagements (QM) der FOM seit der letzten Systemakkreditierung vor. Dabei betonten sie, dass interne Verfahren des QM häufig zu höheren Entwicklungs- und Erkenntnisgewinnen führen als externe Verfahren. Insbesondere in weit entwickelten QM-Systemen mit hohen Reifegraden ist zu befürchten, dass externe Akkreditierungen überwiegend Kontroll- und Legitimationsfunktionen erfüllen und immer weniger dazu beitragen Innovationspotential freizusetzen. Prof. Dr. Marco Zimmer, FOM Hochschulzentrum Hamburg, ging in seinem Vortrag der Frage nach, inwieweit die Kennzahlensysteme, die im Zuge der sogenannten leistungsorientierten Mittelvergabe zur Bestimmung der Höhe eines Teils der Zuweisung von finanziellen Mitteln an öffentliche Hochschulen genutzt werden, mit ihrer Steuerungswirkung im Widerspruch zum allgemeinen Studienziel der Employability stehen. Die Fokussierung auf Absolventenzahlen habe zu einer Verschulung des Studiums geführt, in der die Studierenden vielfach zu sehr an die Hand genommen würden, was die Möglichkeiten des Einübens eigenständigen Bearbeitens und Lösens von Fragestellungen einschränke. Gerade letzteres würde aber in der Wirtschaft von Hochschulabsolventen erwartet. Einigkeit herrschte bei den Experten aus Wissenschaft und Praxis: Höchste Qualität im Studium sei ein zentrales Kriterium für den Erfolg von Hochschulen. Diese müssen sich stetig neuen Anforderungen anpassen und sich dabei auch trauen, neue und innovative Wege zu beschreiten.

Da setzte auch die Keynote von Prof. Dr. Lothar Zechlin an. Der Gründungsrektor der Universität Duisburg-Essen und ehemalige Sprecher des Arbeitskreises Hochschulen betonte: „Durch Weiterentwicklung der Institution Hochschule zu Organisationen ist die Notwendigkeit von Steuerung und Management immer größer geworden. Die so entstandenen Managementsysteme müssen sich dabei an die jeweiligen Ziele und Formate der Hochschulen anpassen und dies muss auch bei der externen Evaluation adäquat berücksichtigt werden.“

Der Arbeitskreis Hochschulen versteht sich als Forum für diejenigen, die sich mit Qualitätssicherung und -entwicklung in Hochschulen und anderen Wissenschaftseinrichtungen auseinandersetzen. Der wissenschaftliche Diskurs zu Evaluation und Steuerung steht gleichwertig neben dem Erfahrungsaustausch und der gegenseitigen Vernetzung der Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft und Praxis. Der Arbeitskreis setzt in folgenden Themenbereichen Schwerpunkte:

– Evaluation von Forschung

– Evaluation von Studium und Lehre

– Evaluation von Verwaltung

– Qualitätsmanagement an Hochschulen

– Hochschulsteuerung

 

28.05.2018

 

 

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