Dividendenstudie 2018: Neue Rekorde und alte Kritikpunkte - FOM forscht

Dividendenstudie 2018: Neue Rekorde und alte Kritikpunkte

Das isf Institute for Strategic Finance der FOM Hochschule stellte gestern in Frankfurt am Main gemeinsam mit der DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz) die jährliche Dividendenstudie vor.

Prof. Dr. Alexander Zureck, Christian W. Röhl (beide isf Institute for Strategic Finance der FOM) stellten zusammen mit Marc Tüngler (DSW) die Dividendenstudie 2018 vor (v.l.n.r., Foto: FOM)

Deutschlands Aktiengesellschaften schütten 2018 erstmals über 50 Mrd. Euro an Dividenden aus. Die bisherige Bestmarke aus dem Vorjahr wird damit gleich um rund elf Prozent übertroffen. Gleichzeitig bricht die diesjährige Dividendensaison nicht nur bei der Ausschüttungssumme alle Rekorde: „Genauso bemerkenswert ist, dass von den 160 Unternehmen der DAX-Familie – also DAX, MDAX, SDAX und TecDAX – über zwei Drittel die Dividende anheben und nicht einmal mehr 20 Firmen ihre Aktionäre leer ausgehen lassen“, erklärt Christian W. Röhl, Fachbeiratsvorsitzender des isf Institute for Strategic Finance der FOM Hochschule, Leiter des Projekts DividendenAdel und Autor der Studie.

Den größten Anteil am Dividendenregen haben wie üblich die 30 DAX-Konzerne. „Allein die drei Großzahler Daimler, Allianz und Siemens schütten zusammen rund 10 Mrd. Euro aus“, erläutert isf-Direktor und FOM Dekan Prof. Dr. Dr. Eric Frère. Nach zwei Nullrunden in Folge nimmt der Essener Versorger RWE die Dividendenzahlung wieder auf und überweist sogar eine Sonderdividende in Höhe von 1 Euro je Aktie.

Anders als die Großbanken kann die Münchener Rück die Ausschüttung stabil halten, obwohl die Hurrikan-Großschäden den Gewinn verhagelt haben.

40 der 50 MDAX-Firmen dürften mehr ausschütten als 2017 – doch ausgerechnet bei vier der fünf Top-Zahler stagniert die Dividende. Lediglich bei Airbus steht ein Plus, während Innogy, RTL, Hannover Rück und Evonik ihren Aktionären je Aktie denselben Betrag überweisen wie im vergangenen Jahr.

Auch im TecDAX lässt die Dividenden-Dynamik etwas nach. Allerdings bewegt sich die Ausschüttungsqualität bereits auf einem für Technologie-Aktien sehr hohen Niveau: „Nur noch acht von 30 Unternehmen zahlen keine Dividende, wohingegen im US-Hightech-Index NASDAQ 100 mehr als die Hälfte der Firmen konsequent nicht ausschüttet“, erklärt Prof. Dr. Alexander Zureck, wissenschaftlicher Koordinator am isf.

Dennoch wird der TecDAX mit Blick auf das absolute Volumen nun erstmals vom SDAX überholt. Nachdem das Small Cap-Segment erst im Vorjahr die Dividenden-Milliarde geknackt hatte, kratzt die Ausschüttungssumme nun sogar an der Zwei-Milliarden-Marke. Das mehr als 40-prozentige Plus resultiert dabei nicht nur aus den Sonderausschüttungen der Großzahler Puma und Sixt oder dem Dividenden-Debüt von Hapag-Lloyd. Auch in der Breite stimmt der Trend: Ein Fünftel aller SDAX-Firmen zahlt mindestens 50% mehr als 2017 – etwa Scout24, König & Bauer oder DIC Asset.

Gleichwohl wäre nicht nur im SDAX noch mehr drin gewesen: „Bei vielen Unternehmen bleibt das Dividenden-Plus hinter den Ergebniszuwächsen zurück“, resümiert Prof. Dr. Frère. Trotz teilweise satter Anhebungen schütten die meisten Gesellschaften nach wie vor weniger als die Hälfte ihres Vorjahresgewinns aus; im DAX liegt die sogenannte Payout-Quote sogar bei fast jedem zweiten Unternehmen unter einem Drittel.

Zu den vollständigen Ergebnissen der Studie gelangen Sie hier.

19.04.2018

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