Rückblick auf das Projektmanagement-Forum 2017 in Nürnberg - FOM forscht

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Rückblick auf das Projektmanagement-Forum 2017 in Nürnberg

Das Projektmanagement-Forum der GPM ist DER führende Fachkongress für Projektmanagement in Europa. Über 950 Teilnehmende fanden Ende Oktober 2017 den Weg nach Nürnberg – ein absoluter Rekord. Eines der Highlights war sicherlich die Keynote von Bastian Obermayer (Süddeutsche Zeitung) über die Panama Papers, aber auch in dem von mir organisierten Track „Hybrides Projektmanagement“ gab es spannende Inputs. Besonders hervorzuheben waren die Vorträge von Pamela Eger und Johannes Schroth (Festo) sowie Tarek Radjeb und Eric Marischka (Gruner + Jahr).

„Bei Festo verstehen wir unter hybridem Projektmanagement eine Mischung aus klassischem Projektmanagement, der Multiprojektmanagementmethode CCPM und agilen Methoden“, erklärten Pamela Eger und Johannes Schroth zu Beginn ihres Beitrages. Der Mehrwert agiler Methoden besteht in ihren Augen in Selbstorganisation und Reflektion, festem Rhythmus und Fokussierung, besserer Transparenz und Kommunikation sowie regelmäßiger Überprüfung und Anpassung. Trotzdem gaben sie zu bedenken: „Nicht immer machen agile Methoden Sinn.“ Deshalb wird bei Festo mit dem Stacey-Diagramm und einem Kriterienkatalog als Orientierungshilfe gearbeitet. „Je nach Projekt kann es sinnvoll sein, nur in ausgewählten Phasen agile Methoden einzusetzen“, so die beiden Fachleute. „Bei Festo wird hauptsächlich bei Projektdefinition, -planung und -realisierung agil gearbeitet. Sobald lange Wartezeiten auf Werkzeuge oder Dauerläufe ins Spiel kommen, wird eher auf das klassische Projektmanagement zurückgeschwenkt.“

Ein weiteres Praxisbeispiel für hybrides Projektmanagement hatten Tarek Radjeb und Eric Marischka im Gepäck: Sie gewährten Einblicke in das Programm NEO, in dessen Rahmen die gesamte IT-Infrastruktur von Gruner + Jahr in eine Private Cloud migriert werden sollte. „Die Herausforderung bestand vor allem in der Komplexität“, so die beiden Referenten. „Es gab beispielsweise sehr viele Beteiligte und Schnittstellen. Darüber hinaus haben wir technisch und methodisch Neuland betreten und hatten es mit einer sehr heterogenen, lange gewachsenen IT-Infrastruktur zu tun.“ Als Projekt-Ansatz für die Relokation wurde daher eine Mischung aus agil und klassisch gewählt. Die Ergebnisse – so Radjeb und Marischka – konnten sich sehen lassen. „Meilensteine wurden plötzlich erreicht, wir konnten sehr flexibel auf Änderungen reagieren und durch schnelle Ergebnisse überzeugen.“ Was man gelernt hat? „Bei großen, oft wechselnden Teams in Matrix-Projektorganisationen ist das hybride Projektmanagement eine echte Herausforderung“, betonten die beiden Experten von Gruner + Jahr.

Besonders freut es mich, das diese beiden Vorträge die bestbesuchten Vorträge des gesamten PM-Forum waren. Mit 235 bzw. 220 Teilnehmern platzte der Saal fast aus den Nähten. Mein Stream „Hybrides Projektmanagement“ hatte insgesamt die zweitbeste Gesamtbewertung (von insgesamt 11 Streams) der gesamten Veranstaltung. Das zeigt, wie aktuell dieses Thema ist.

Prof. Dr. Oliver Linssen, Professor für Wirtschaftsinformatik an der FOM Hochschule in Düsseldorf

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