“German-Turkish Perspectives on IT and Innovation Management”: Das 2. Wirtschaftswissenschaftliche Forum zum Nachlesen - FOM forscht

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“German-Turkish Perspectives on IT and Innovation Management”: Das 2. Wirtschaftswissenschaftliche Forum zum Nachlesen

10.01.2017 – IT und Innovationsmanagement standen im Zentrum des 2. Wirtschaftswissenschaftlichen Forums Anfang November 2015 an der FOM Hochschule. Über 60 türkische und deutsche Forscherinnen und Forscher haben die Veranstaltung in München genutzt, um sich über ihre Projekte auszutauschen und gleichzeitig die Basis für zukünftige gemeinsame Aktivitäten zu legen. Die Konferenz war ein Meilenstein des im Rahmen des Deutsch-Türkischen Wissenschaftsjahres vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes „E2E – Building a Bridge on Sciences“ zwischen der FOM und der Atatürk University Erzurum. Wer nicht teilnehmen konnte, hat jetzt Gelegenheit, sich nachträglich einen Eindruck zu verschaffen: Unter dem Titel „German-Turkish Perspectives on IT and Innovation Management“ fasst der in der FOM-Edition im Verlag Springer-Gabler erschienene Tagungsband eine Auswahl der Vorträge zusammen. Die Themen reichen von Social Media im Gesundheitswesen über Public Innovation Management bis zu Emotional Ethnic Marketing. Das Grußwort hat Prof. Dr. Johanna Wanka beigesteuert, die Bundesministerin für Bildung und Forschung. 

Prof. Dr. Osman Demirdögen und Farid Haddadzadeh Hendou von der Atatürk University Erzurum stellen beispielsweise die Ergebnisse einer Studie vor, die sie unter mehr als 50 kleinen und mittelständischen türkischen Unternehmen durchgeführt haben. Zielsetzung: Hindernisse und Motivationsfaktoren auf dem Weg zu Innovationen zu identifizieren. Nach den Erkenntnissen der beiden Wissenschaftler zählen zu den Hürden beispielsweise der Mangel an qualifiziertem Personal, Defizite in Research & Development sowie fehlende finanzielle Mittel. Motivationsfaktoren seien dagegen Kundenbedürfnisse, der Wettbewerb sowie die Aussicht, Regierungszuschüsse zu erhalten. Um einen ähnlichen Schwerpunkt dreht sich der Beitrag von Prof. Dr. Axel Müller (FOM German-Sino School of Business & Technology) und Silvia Pick Vidal (FOM-Absolventin). Sie gehen der Frage nach, wie kleine und mittelständische Unternehmen auch ohne Budget für eigene Forschungs- & Entwicklungsabteilungen innovativ sein können – zum Beispiel über die Teilnahme an interorganisationalen Innovationsnetzwerken.

Den unterschiedlichen Stellenwert, den Forschung und Entwicklung grundsätzlich in der Türkei und in Deutschland haben, nimmt Dr. Andreas Kladroba in seinem Beitrag unter die Lupe. Dabei zieht der Geschäftsführer der Wissenschaftsstatistik des Stifterverbandes und Experte des ifes Institut für Empirie & Statistik einen OECD-Vergleich zu Rate. Seine Schlussfolgerung: Deutschland investiere pro Jahr fast drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes in Forschung und Entwicklung und sei damit auf einem guten Weg. Die Türkei dagegen müsse ihre Aktivitäten in diesem Bereich noch intensivieren, um an das Niveau der führenden Industriestaaten heranzureichen.

Imran Aslan von der Bingöl University geht in seinem Beitrag der Frage nach, welche Rolle die sozialen Medien im Gesundheitswesen spielen können. Auf Basis einer Befragung unter mehr als 200 Menschen aus Bingöl kommt er dabei zu dem Schluss, dass die Vorteile von Social Media im Gesundheitswesen durchaus bekannt sind – zum Beispiel mit Blick auf den Austausch mit anderen Patientinnen und Patienten. Allerdings seien viele von ihnen auch misstrauisch gegenüber den Informationen, die sie via Facebook & Co. erhalten. „Sie wünschen sich eine Absicherung sämtlicher Daten durch Gesundheitsexperten oder wollen zumindest wissen, von wem die jeweiligen Informationen kommen“, so Imran Aslan.

ARTIE steht im Mittelpunkt des Beitrags von Dr. Hartmut-Heinrich Meyer (FOM Hochschule) und Bastian Paulsen (Landkreis Osterholz, Wirtschaftsförderung). Sie haben die Effektivität und Effizienz dieses Förderinstruments untersucht, die die Innovationsfähigkeit von kleinen und mittelständischen Unternehmen in ländlichen Gebieten durch bedarfsorientierte Beratung stärken möchte. Das Zeugnis, das sie ARTIE ausstellen, ist durchaus positiv: Der Wissensaustausch funktioniere. Beratung und Expertenvermittlung würden in der Tat zu Kooperationen und Innovationen führen und darüber hinaus die Innovationskultur des jeweiligen Unternehmens fördern.

Mit einem ganz anderen Bereich befasst sich der Beitrag von Prof. Dr. Siegfried Weinmann (FOM Hochschule), Kay W. Axhausen (ETH Zürich) und Christoph Dobler (Senozon AG). Die Wissenschaftler haben sich angesehen, ob und wie sich die Verkehrssituation verbessert, wenn Echtzeitnavigationsinformationen zum Einsatz kommen. Eines ihrer Ergebnisse: Wenn 30 Prozent der Fahrerinnen und Fahrer in der Metropolregion Zürich solche Informationen erhalten und sich daran orientieren, reduziert sich die Verkehrsdichte um mehr als 50 Prozent und die -geschwindigkeit steigt von vier auf 22 Kilometer pro Stunde.

Das Thema Ethno-Marketing hat sich Julia Hermann auf die Fahnen geschrieben. In ihrer Master-Arbeit hat die Absolventin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg eine empirische Untersuchung zu unterschiedlichen emotionalen Reaktionen auf Werbung durchgeführt. Die Ergebnisse fasst sie in ihrem Beitrag zusammen. Eines der wichtigsten lautet: Humorvolle Werbestimuli ohne ethnisch relevanten Kontext lösen bei türkischstämmigen und deutschen Konsumenten die gleichen Reaktionen aus, während humorvolle Werbespots mit anstößigen Inhalten unterschiedlich bewertet werden.

Diese und andere Beiträge finden sich im Tagungsband „German-Turkish Perspectives on IT and Innovation Management“ in vollständiger Länge. Herausgeber sind Prof. Dr. Fehim Bakirci und Prof. Dr. Üstün Özen von der Atatürk Universität sowie Prof. Dr. Thomas Heupel und Prof. Dr. Orhan Kocagöz von der FOM Hochschule. Weitere Informationen – auch zu Preis und Bestellmöglichkeiten – sind auf der Internetseite des Springer Gabler Verlags zu finden, in dem die FOM-Edition erscheint.

Stefanie Bergel, Prof. Dr. Thomas Heupel, Prorekor Forschung und Herausgeber

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