Myanmar Forum on Democratic Transition: Lehren aus der deutschen Wiedervereinigung ziehen - FOM forscht

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Myanmar Forum on Democratic Transition: Lehren aus der deutschen Wiedervereinigung ziehen

Prof. Andreas Oberheitmann auf dem Myanmar Forum on Democratic Transition

07.09.2017 – Mitte August war Prof. Andreas Oberheitmann zu Besuch in Myanmar. Der Leiter des German-Sino Competence Center of Business & Technology der FOM Hochschule und Gastwissenschaftler am RWI – Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung nahm als Referent am Myanmar Forum on Democratic Transition in der neuen Hauptstadt Naypyitaw teil. Im Zentrum seines Vortrags stand die Frage, welche Lehren das asiatische Land im Umbruch aus der deutschen Wiedervereinigung ziehen kann. Einen Überblick liefert der Wissenschaftler in seinem Blogbeitrag.

Der südostasiatische Staat Myanmar steht in seiner Transformation von einst einer sozialistischen Planwirtschaft über eine Kommandowirtschaft in der 20-jährigen Militärdiktatur zahlreichen Herausforderungen gegenüber. Noch immer gibt es im Land Auseinandersetzungen mit Rebellen, die Wirtschaft wird ähnlich wie in Russland von Oligarchen oder „Cronies“ beherrscht, und die Zentralbank ist nicht von der Regierung unabhängig. In seiner wirtschaftlichen Transformation kann das Land von den Erfahrungen der deutschen Wiedervereinigung profitieren. Vor diesem Hintergrund sprach ich über „Economic Transition: From Central Command to Market Economy – Lessons Learned from the German Unification and Transition of the East German Economy”.

Die Einführung des 1:1 Wechselkurses der D-Mark und Ost-Mark war die richtige politische Entscheidung, da sie zum Stopp der Migration von Ost- nach Westdeutschland beigetragen hat. Wirtschaftlich war dies allerdings problematisch, da die Aufwertung der Währung die Wettbewerbsfähigkeit ostdeutscher Produkte für den Export reduziert hat.

Die Privatisierung der staatlichen Unternehmen in Ost-Deutschland war notwendig, es ist dadurch jedoch zu einem enormen Anstieg der Arbeitslosigkeit gekommen. Die Erhöhung der Löhne in Ost-Deutschland war notwendig, um die wirtschaftliche und soziale Vereinigung zu erfüllen. Da die Löhne jedoch stärker gestiegen sind als die Produktivität der Unternehmen, hat auch dies stark zur Reduzierung der Wettbewerbsfähigkeit ostdeutscher Produkte beigetragen.

Massive Investitionen in der Infrastruktur und Erzeugungstechnologie waren notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit ostdeutscher Unternehmen sowie die Lebensumstände in Ost-Deutschland zu verbessern. Die Zeitspanne, die Gleichheit der Lebensbedingungen zu erreichen, wurde jedoch unterschätzt. Am Anfang wurden 20 Jahre dafür angesetzt. Derzeit – nach nunmehr 27 Jahren – ist sie noch immer nicht zu 100 Prozent erfüllt.

Die Übernahme des westdeutschen Arbeits- und Tarifrechts in Ost-Deutschland machte es möglich, die Löhne und Gehälter auf dem Arbeitsmarkt zu verhandeln. Die Unabhängigkeit der Zentralbank sorgt durch die Kontrolle des Zinssatzes für Stabilität Preisniveau in ganz Deutschland und zielt auf Preisniveaustabilität ab.

Das Konzept vollkommener Konkurrenz in einem Polypol mit minimalen Eintrittsbarrieren und hoher Markttransparenz sind das Rückgrat eines funktionierenden Wettbewerbs. Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen bekämpft insbesondere die Akkumulation und den Missbrauch von Marktmacht sowie die Koordination und die Begrenzung missbräuchlichen Wettbewerbsverhaltens der Marktteilnehmer.

Die Entwicklung der Infrastruktur für den Transport von Personen, Waren und Daten ist ein wichtiges Werkzeug, um die Gesellschaft zu modernisieren, die Wirtschaft zu transformieren und in die internationalen Märkten zu integrieren.

Prof. Andreas Oberheitmann, Leiter des German-Sino Competence Center of Business & Technology der FOM Hochschule

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