FOM Studierender hat Relevanz und Anforderungen wertschätzender Führung im Gesundheitswesen untersucht
19.04.2017 – Kostendruck, Fachkräftemangel, ausufernder Büro- und Verwaltungsaufwand: Wer im ärztlichen Dienst, in der Pflege oder der Verwaltung von Gesundheitseinrichtungen arbeitet, hat mit harten Bandagen zu kämpfen. Wie relevant ist bei diesen Rahmenbedingungen wertschätzende Führung? Und welchen Anforderungen muss sie sich stellen? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, hat Jan Buschmann, Absolvent des berufsbegleitenden Studiengangs Marketing & Communication an der FOM Münster, sechs leitende Angestellte zweier Universitätskliniken in Deutschland und der Schweiz interviewt. Die Ergebnisse hat er in seiner Master-Thesis veröffentlicht.
Zentraler Bestandteil wertschätzender Führung – da waren sich die Befragten einig – ist Vertrauen. „Dazu gehört, dass weisungsgebundene Mitarbeitende Verantwortung übernehmen und in kritischen Situationen selbstständig agieren“, konkretisiert Prof. Dr. Jan Lies, der die Arbeit betreute. „Dadurch signalisiert die Führungskraft, dass sie Fähigkeiten und Kompetenzen anerkennt.“ In den Augen der leitenden Angestellten gehört zur wertschätzenden Führung auch, dass Mitarbeitenden ausreichende Ressourcen zur Verfügung gestellt und ihre Handlungskompetenzen durch Weiterbildung weiter gestärkt werden.
Dieser Art von Führung sprechen die Befragten eine hohe Relevanz zu – aus ganz unterschiedlichen Gründen. „Zum einen hoffen sie, dass sich selbstständige Mitarbeitende kritisch mit bestehenden Abläufen auseinandersetzen und durch Optimierungsvorschläge zu erhöhter Prozesseffizienz und Wirtschaftlichkeit der Einrichtung beitragen“, so Jan Buschmann. „Zum anderen sind sie überzeugt, dass wertschätzende Führung gerade im Pflegebereich zu einer stärkeren Mitarbeitendenbindung und -zufriedenheit beiträgt.“
Im Alltag lässt sich das aber nur realisieren, wenn die entsprechende Führungskraft über empathische Fähigkeiten verfügt. So stellte der Pflegedirektor der deutschen Universitätseinrichtung beispielsweise fest: „Ohne Empathie geht wertschätzende Führung überhaupt nicht.“ Deshalb liege ein wesentlicher Fokus bei der Ausbildung leitender Krankenhausangestellter neben der fachlichen Expertise inzwischen auch auf der zwischenmenschlichen Führungskompetenz, betont Prof. Dr. Lies.
Stefanie Bergel, Referentin Forschungskommunikation
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