Logistik trifft Kunst: Forschende der Zürcher Hochschule der Künste zu Gast am ild

23.01.2017 – Auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Gesprächskonstellation für Prof. Dr. Matthias Klumpp: Der Direktor des ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement traf sich am 20. Januar mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Zürcher Hochschule der Künste. Hintergrund: ein künstlerisches Projekt zur Verknüpfung von Logistik und Migration, das die Forschenden auf Einladung von Interkultur Ruhr realisieren.
Neben diesem thematischen gibt es aber noch einen weiteren Verknüpfungspunkt zwischen dem ild und Kunst. Im Rahmen des Forschungsprojektes „CreateMedia in Mobility and Logistics – Innovative Weiterentwicklung der Logistik-Aus- und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen“ (kurz: MARTINA) arbeiten Prof. Dr. Klumpp und sein Team u.a. mit dem Institut Kunst- und Designwissenschaft der Folkwang Universität der Künste zusammen. Zielsetzung: eine App für Trainings- und Schulungsprojekte im Logistikbereich zu entwickeln – und zwar mit Hilfe von Instrumenten aus der Medien- und Kreativwirtschaft. Die Leiterin des Folkwang-Instituts, Prof. Dr. Cordula Meier, nahm deshalb gemeinsam mit Dr. phil. Dipl. Des. Mona Mönning ebenfalls an dem Gespräch teil.
Prof. Christian Hübler, Prof. Yvonne Wilhelm und Nina Bandi von der Zürcher Hochschule der Künste stellten zunächst den Rahmen ihres Projektes Amazonian Flesh vor: Sie wollen die Verknüpfung von Migration und Logistik anhand von Logistikzentren in Nordrhein-Westfalen untersuchen. Im Zentrum stehen dabei die Arbeitskräfte, die mit einer logistischen Matrix aus algorithmisch gesteuerten Prozessen und Waren erfasst, verschaltet und gesteuert würden. Zu Recherchezwecken haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler deshalb u.a. ein Logistikzentrum von Amazon besucht und werden auch bei Fraunhofer vorbeischauen.

Das anschließende Gespräch drehte sich u.a. um die Frage, welche Rolle Automatisierung und Algorithmen in der Logistik spielen. Kann der Einsatz von Algorithmen in der humanitären Logistik beispielsweise dazu führen, dass Katastrophenregionen effizienter mit Hilfsgütern versorgt werden? Und was müsste überhaupt passieren, damit solche Technologien auch bei Non-Profit-Projekten zum Einsatz kommen? Ein weiterer Schwerpunkt waren der Online-Versandhändler Amazon, sein Einfluss auf das Konsumentenverhalten und sein Umgang mit Arbeitskräften. „Alles in allem eine sehr spannende Runde“, lautete Prof. Dr. Klumpps Fazit. „Gerade der externe bzw. künstlerische Blick auf die Logistik hat mich interessiert und mir auch den einen oder anderen Denkanstoß geliefert.“
MARTINA wird übrigens im Rahmen des NRW-Leitmarktwettbewerbs „Medien und Kreativwirtschaft“ vom Land Nordrhein-Westfalen unter Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2014-2020 „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“ gefördert. Das Projekt läuft bis zum 30. Juni 2018.
Stefanie Bergel, Referentin Forschungskommunikation
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