Handlungsempfehlungen: Wie Lehrende mit Diversity umgehen (können)

06.12.2016 – „Diversity Management im Rahmen von wissenschaftlichen Weiterbildungen verbessert sowohl die Studienzufriedenheit der Lernenden als auch die Abschlüsse“, zeigt sich Lisa Eifert von der Fraunhofer Academy überzeugt. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Sabrina Kreuzer hat sie deshalb Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Vielfalt zusammengestellt – und zwar für Lehrende, die berufsbegleitend im MINT-Bereich unterrichten. Ihre Erkenntnisse basieren auf einer schriftlichen Befragung unter Dozentinnen und Dozenten der Bildungsallianz mint.online sowie qualitativen Interviews mit drei Fachleuten, die das Thema Diversity an Hochschulen vorantreiben. Eine dieser Expertinnen war Prof. Dr. Anja Seng, Rektoratsbeauftragte für Diversity Management an der FOM.
„Ich habe mich sehr gefreut, dass Fraunhofer das Thema aufgreift und die Kolleginnen der Academy wegen des Interviews bei mir angefragt haben“, so Prof. Dr. Seng. „Das zeigt mir zum einen, dass der Umgang mit Vielfalt in immer mehr Bereichen eine wichtige Rolle spielt. Zum anderen, dass wir an der FOM mit unseren Aktivitäten auf dem richtigen Weg sind und damit auch außerhalb der Hochschule Aufmerksamkeit erregen – nicht zuletzt deswegen, weil wir unsere Konzepte immer wieder auf einschlägigen Veranstaltungen vor- und zur Diskussion stellen.“ Mit Blick auf die von Lisa Eifert und Sabrina Kreuzer zusammengestellten Handlungsempfehlungen sieht Prof. Dr. Seng viele Parallelen zur Lehre an der FOM. „Auch unsere Studierenden sind sehr heterogen und erfordern eine Konzentration auf verschiedene Diversity-Dimensionen – angefangen bei Alter und Geschlecht über Lern- und Berufserfahrung bis zur familiären und beruflichen Situation.“
Die beiden Fraunhofer-Expertinnen haben diese Diversity-Dimensionen entlang der Phasen im Studienverlauf betrachtet und den Fokus dabei auf Rahmenbedingungen und Organisation gelegt. „Im Bereich Lehre kommen beispielsweise verstärkt Faktoren wie Vorwissen, Leistungsfähigkeit, Lernstil und auch Internationalität zum Tragen“, erklärt Lisa Eifert. „Für die Unterrichtenden heißt das u.a.: Sie müssen frühzeitig Einblicke in die Teilnehmendenstruktur erhalten oder auf Supportstrukturen wie Fortbildungen oder kollegialen Austausch zugreifen können.“ Studierende dagegen bräuchten begleitende Angebote zu Beratung, Mentoring oder peer-learning, während mit Blick auf die Organisation flexible Studiengangstrukturen, Barrierefreiheit oder Möglichkeiten zur Kinderbetreuung gefragt seien.
Wer sich für die weiteren Handlungsempfehlungen interessiert, kann eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse auf der Webseite der Fraunhofer Academy finden. Zudem ist die Veröffentlichung in Form eines Sammelbandes für das kommende Jahr geplant.
Stefanie Bergel, Referentin Forschungskommunikation
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