Digitales Betriebliches Gesundheitsmanagement – eine empirische Analyse - FOM forscht

Digitales Betriebliches Gesundheitsmanagement – eine empirische Analyse

DigitalesGesundheitsmanagement25.05.2016 – Aktuell spielt digitales betriebliches Gesundheitsmanagement noch keine große Rolle in Deutschlands Unternehmen. Das wird sich in den nächsten Jahren definitiv ändern. Zu diesem Schluss kommen Prof. Dr. David Matusiewicz und Linda Kaiser in einer aktuellen empirischen Analyse. Dabei haben der Direktor des ifgs Institut für Gesundheit & Soziales und die FOM-Studentin im Rahmen ihrer Bachelor-Thesis 345 Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen Betrieben und Branchen befragt.

„Ob Schrittzähler, Smartphone-App oder Fitnessarmband – immer mehr Menschen nutzen Wearables, um ihre Ernährung oder sportlichen Aktivitäten zu dokumentieren. Vor den meisten Firmentoren macht dieser Trend allerdings noch halt“, fasst Prof. Dr. Matusiewicz die Lage zusammen. „64,3 Prozent der Befragten gaben zwar an, das in ihrem Unternehmen bislang keine digitalen Instrumente im betrieblichen Gesundheitsmanagement zum Einsatz kommen. Und dort, wo sie genutzt werden, reden wir in erster Linie von Internetplattformen (14,2 Prozent) und Gesundheitswebinaren (13,3 Prozent).“

Wirft man einen Blick in die Zukunft, zeichnet sich ein anderes Bild ab. „80 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Bedeutung digitaler Instrumente in den kommenden Jahren deutlich steigen wird“, sagt Linda Kaiser. „Potenzial sehen sie vor allem in Wearables (43,8 Prozent) und Health-Apps (33,2 Prozent) sowie in Online-Plattformen zum Thema Gesundheit (46,6 Prozent).“

Ein Grund für diese Entwicklung ist der demografische Wandel. Prof. Dr. Matusiewicz: „Bei einer immer älter werdenden Mitarbeiterschaft haben die Unternehmen Schwierigkeiten, neues Personal zu bekommen, und nutzen zunehmend mehr Ressourcen, um ihre aktuelle Belegschaft gesund zu halten. Um das zu verhindern, setzen immer mehr Unternehmen auf betriebliches Gesundheitsmanagement und die dazugehörigen digitalen Instrumente.“ So sind 63,5 Prozent der Befragten überzeugt, dass Wearables & Co. das Gesundheitsverhalten in den Unternehmen nachhaltig verändern werden. 76,5 Prozent gehen davon aus, dass digitales betriebliches Gesundheitsmanagement die tägliche Performance der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbessern wird. Gerade bei mehreren Standorten macht eine digitale Lösung in den Augen des ifgs-Direktors Sinn. „Wir haben unsere Ergebnisse bereits auf mehreren Veranstaltungen mit kleinen und mittelständischen Unternehmen diskutiert. Wir sind noch lange nicht da angekommen, was heute möglich und sinnvoll ist.“

Die Ergebnisse der gesamten Forschungsarbeit „Digital Corporate Health Management: Empirical Analysis of the Usage of Digital Health Instruments in Germany“ werden erstmals auf der 5th Annual Global Health Conference, im Juli 2016 in Singapore vorgestellt und im Anschluss in einem internationalen gesundheitswissenschaftlichen Journal publiziert. Zudem wird derzeit ein Buch mit rund 40 Autoren aus den Bereichen Krankenkasse, Forschung, Beratung und Unternehmen im Springer-Verlag vorbereitet. Der Call for Abstracts wurde bis zum 30. Mai verlängert. Interessierte Autorinnen und Autoren können sich per E-Mail bei Prof. Dr. Matusiewicz melden.

Stefanie Bergel, Referentin Forschungskommunikation

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