Big Data Reloaded — Das Internet der Dinge und die Zukunft des E-Commerce - FOM forscht

Big Data Reloaded — Das Internet der Dinge und die Zukunft des E-Commerce

19.05.2016 – Bei Amazon & Co. ist es bereits Realität: Die neue ‚Hello Barbie‘ kommuniziert mittels Spracherkennungssoftware und WLAN, mobile 3D-Drucker liefern Ersatzteile On-demand direkt nach Hause und die smarte Zimmerpflanze von morgen bestellt ihren Dünger selbst. In seinem Vortrag, „Big Data Reloaded — Das Internet der Dinge und die Zukunft des E-Commerce” im Rahmen des 1. Essener Wissenschaftssommers gab Dr. Rüdiger Buchkremer einen Einblick in die Welt von E-Business und Big Data. 

Laut des Experten des ifes Institut für Empirie & Statistik sind wir bereits in der ‚Welt von morgen‘ angekommen. Während Big Data in der Öffentlichkeit hauptsächlich in Zusammenhang mit schnell zunehmenden Datenmengen diskutiert wird, zeichne sich in der wissenschaftlichen Literatur ein anderer Trend ab. Die Datenvielfalt und die Glaubwürdigkeit dieser Daten stünden aktuell im Fokus. So treffen zunehmend Daten aus Maschinen und Geräten auf Inhalte, die — wie bei Siri — sowohl von Maschinen als auch von Menschen generiert werden. In seinem Vortrag beleuchtete Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer die unterschiedlichen Seiten dieser Entwicklung und zeigte die Auswirkungen auf die Zukunft des E-Commerce und die Kunden auf.

Dabei unterscheidet er zwischen dem ‚Internet der Dinge‘ und dem ‚Internet der Personen‘. Beim ‚Internet der Dinge‘ sind die ‚smarten‘ Objekte vernetzt und kommunizieren selbstständig miteinander. Der smarte Trinkbecher analysiert über eine eingebaute App zum Beispiel Personendaten und gibt Auskunft über die täglich benötigte Trinkmenge. Das smarte Fahrrad hat einen integrierten Diebstahlschutz und lässt sich per App lokalisieren. Das smarte Auto fährt selbst. Die smarte Matratze reguliert die Schlaftemperatur, kontrolliert die wichtigsten Körperfunktionen, kommuniziert mit anderen Haussystemen und sorgt so unter anderem dafür, dass zum Schlafen das Licht gedimmt wird. Als ‚Internet der Personen‘ definiert Buchkremer alle Aktivitäten, bei denen Menschen kommunizieren. Dies passiere in Netzwerken und auf Plattformen wie YouTube, Facebook oder Instagram: „Personen produzieren und konsumieren Texte, Bilder und Videos im Netz. Darüber hinaus verhalten sie sich sozial“, so der Experte. Mittels einer smarten Textanalyse kann die ‚Hello Barbie‘ zum Beispiel real kommunizieren, konkrete Fragen stellen, antworten und den Sprachgebrauch an die jeweilige Zielgruppe anpassen.

„Durch diese technischen Entwicklungen gehen wir einer Zukunft der Möglichkeiten, aber auch einer Zukunft der Risiken entgegen“, lautete das Fazit des ifes-Experten. Fragen wie “Was passiert mit den Daten? Wer hat Zugang dazu? Und was gilt es wie zu schützen?” müssen laut Buchkremer noch geklärt werden. Seine These: Langfristig werden das ‚Internet der Dinge‘ und das ‚Internet der Personen‘ zu einem ‚sozialen Internet der Dinge‘ verschmelzen: „Wir befinden uns mittendrin im Zeitalter 4.0, der vierten technischen Revolution.“

Annette Bastuck, Pressereferentin

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