Innovative Lehrprojekte: Wenn der Hörsaal zum Labor wird - FOM forscht

Innovative Lehrprojekte: Wenn der Hörsaal zum Labor wird

Foto: Paul-Daniel Florea/Thinkstock
Foto: Paul-Daniel Florea/Thinkstock

25.04.2016 – Wie lässt sich das in Vorlesungen vermittelte, theoretische Know-how in Handlungswissen umwandeln? Mit Hilfe von Live-Experimenten, die direkt im Hörsaal durchgeführt und reflektiert werden, ist Prof. Dr. habil. Sebastian Sauer überzeugt. Im Rahmen des internen Förderprogramms Innovative Lehrprojekte entwickelt der Wirtschaftspsychologe deshalb Lehrmaterialien für sogenannte „Classroom Experiments“. Die Themen reichen von Entscheidungsfindung und Selbstwahrnehmung bis zu Ethik und Manipulation.

Die meisten dieser CREs hat Prof. Dr. Sauer bereits mit seinen Studierenden aus dem Hochschulbereich Wirtschaft & Psychologie getestet. „Ein schönes Beispiel ist die Schummelstudie. Dabei lasse ich die Studierenden unter einem Vorwand einen kurzen Leistungstest absolvieren. Sie können die Ergebnisse selbst auswerten und verdeckt an die Tafel schreiben – zumindest am Anfang.“ Wenn 50 Prozent der Studierenden ihr Ergebnis eingetragen haben, ändert der Dozent das Vorgehen. Jetzt müssen alle Studierenden zu ihm kommen, um die Punkte aufzunehmen. Die Auswertung offenbart: Der Punktedurchschnitt der verdeckten Angaben liegt über dem der „offiziell“ eingereichten Ergebnisse. „Das ist ein schöner Aufhänger, um über Nachhaltigkeit, Wahrheit und Ethik zu diskutieren“, so Prof. Dr. Sauer.

Die Rückmeldungen der Studierenden auf diesen erlebnisorientierten Ansatz fallen bislang sehr gut aus. „Sie schätzen die Experimente als sinnvolle Ergänzung des theoretischen Inputs und natürlich als willkommene Abwechslung zur klassischen Vorlesung“, fasst Prof. Dr. Sauer das Feedback zusammen. Damit in Zukunft auch andere FOM-Lehrende auf die CREs setzen können, stellt er aktuell Leitfäden, Kopiervorlagen, Arbeitsblätter und Kurzporträts zusammen. Diese Pakete sollen dann – nach Rücksprache mit dem Prorektorat Lehre – FOM-weit zum Einsatz kommen.

Stefanie Bergel, Referentin Forschungskommunikation

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