In der Türkei forschen, lehren oder studieren? Erasmus+ macht’s möglich! - FOM forscht

In der Türkei forschen, lehren oder studieren? Erasmus+ macht’s möglich!

Erzurum bei Nacht (Foto: emrahkarakoc/Thinkstock)
Erzurum bei Nacht (Foto: emrahkarakoc/Thinkstock)

27.04.2016 – Die Atatürk Universität Erzurum und die FOM intensivieren ihre Zusammenarbeit: Im Februar 2016 haben die beiden Hochschulen ein „inter-institutional agreement“ im Zuge des Erasmus+ Programmes unterzeichnet. Die Folge: Ab sofort haben Studierende, Lehrende und Mitarbeitende die Möglichkeit, Erfahrungen an der jeweiligen Partnerhochschule zu sammeln und dadurch ihre Kompetenzen auszubauen. Was das konkret bedeutet, erläutert Mandy Georgi vom International Office der FOM Hochschule.

Wie kam die Zusammenarbeit im Rahmen des Erasmus+ Programmes zustande?

Mandy Georgi: Sie ist im Grunde eine Folge des BMBF geförderten Projektes E2E – Building a Bridge on Sciences und wurde von Projektleiter Prof. Dr. Orhan Kocagöz und Gerrit Landherr, der im Bereich Support Forschung für internationale Projekte zuständig ist, angeregt. Schließlich lautete die Zielsetzung des Projektes, die Kooperation der Hochschulen zu intensivieren und einen dauerhaften Wissensaustausch zwischen Erzurum und Essen zu etablieren. Die gemeinsame Ausrichtung des wirtschaftswissenschaftlichen Forums IT und Innovationsmanagement – deutsche und türkische Perspektiven für den wissenschaftlichen Diskurs und zur Erschließung von praxisrelevanten Erfolgspotenzialen war ein erster Schritt auf diesem Weg. Über Erasmus+ können wir diesen Austausch ausbauen – und zwar auf Ebene der Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden.

Welche Möglichkeiten eröffnet das „inter-institutional agreement“ konkret?

Mandy Georgi: Studierende der Atatürk Universität können an der FOM studieren. Sie werden in einem vereinfachten Verfahren an der FOM zugelassen und müssen keine Studiengebühren für ihren Aufenthalt zahlen. Im Gegenzug können FOM-Studierende auch in Erzurum studieren, ohne Studiengebühren entrichten zu müssen. Je nach Budget, das wir jährlich vom DAAD erhalten, ist es sogar möglich, dass sie zusätzlich ein kleines Teilstipendium erhalten.

Neben dem Studierendenaustausch ermöglicht das „inter-institutional agreement“ auch die Mobilität von Lehrenden – zum Beispiel in Form von Gast-Lehraufenthalten an der Atatürk Universität. Diese Lehraufenthalte dienen dem Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen deutschen und türkischen Dozentinnen und Dozenten. Und das wiederum kommt den Studierenden beider Hochschulen zugute.

Wie geht es nach der Unterzeichnung weiter?

Mandy Georgi: Jetzt kann der Austausch beginnen. Interessenten können sich gerne unter mandy.georgi@fom.de oder 0201 81004-379 bei mir melden und sich für einen Erasmus-Auslandsaufenthalt bewerben.

Warum ist Erzurum für FOM-Studierende interessant?

Mandy Georgi: Sowohl die Hochschule als auch die Stadt haben einiges zu bieten. Die Atatürk Universität ist fast 60 Jahre alt und verfügt über 16 Forschungseinrichtungen und fast 2.500 Lehrbeauftragte. Zu den größten der insgesamt 17 Fakultäten zählen die Bereiche Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsinformatik.

Der Campus selbst liegt im Zentrum von Erzurum. Die Provinzhauptstadt mit ihren ca. 360.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist eines der kulturellen Zentren Ostanatoliens – inklusive historischer Sehenswürdigkeiten und guter Einkaufsmöglichkeiten. In unmittelbarer Nähe findet sich zudem das Wintersportgebiet Palandöken mit der längsten Skipiste der Türkei.

Und was fasziniert die türkischen Studierenden an Deutschland bzw. der FOM?

Mandy Georgi: Deutschland und die Türkei sind seit Jahrhunderten verbunden – sowohl kulturell als auch wirtschaftlich. Während in Deutschland fast drei Millionen Menschen türkischer Herkunft leben, sind allein 2013 über fünf Millionen deutsche Urlauber in die Türkei gereist. Zudem ist Deutschland einer der wichtigsten Handelspartner der Türkei und mit rund 4.000 Unternehmen vor Ort vertreten. Das bedeutet natürlich auch, dass großes Interesse an türkischen Absolventinnen und Absolventen besteht, die während ihrer Studienzeit Erfahrungen in beiden Ländern gesammelt haben.

Vor diesem Hintergrund ist gerade ein Studium an der FOM sehr attraktiv für türkische Studierende. Schließlich gehört die Verzahnung von Theorie und Praxis zum Leitgedanken der Hochschule: Die Studierenden erwerben profundes akademisches Wirtschaftswissen mit starkem Praxisbezug und soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Verhandlungsgeschick, die sie direkt im Berufsalltag umsetzen.

Welche Voraussetzungen müssen FOM Studierende mitbringen, die ein Auslandssemester an der Atatürk Universität in Erzurum verbringen möchten?

Mandy Georgi: Bachelor-Studierende sollten ihr erstes Studienjahr abgeschlossen haben. Bewerber aus einem Master-Studiengang können schon nach dem 1. Semester beginnen. Sie alle sollten Staatsangehörige der EU- oder anderer Staaten sein, die Vertragspartner im Europäischen Wirtschaftsraum oder der assoziierten Länder sind.

Weitere Voraussetzungen: Die Bewerber besitzen ausreichende Kenntnisse der Sprache, in der die zu besuchenden Lehrveranstaltungen an der Gasthochschule gehalten werden. In diesem Fall in erster Linie Türkisch. Der Studienaufenthalt muss übrigens mindestens drei Monate dauern und darf ein Jahr nicht überschreiten.

Was muss konkret getan werden?

Mandy Georgi: Wer sich für einen Erzurum-Aufenthalt während des Wintersemesters interessiert, muss sich bis zum 1. April eines jeden Jahres bewerben. Für den Aufenthalt während eines Sommersemesters ist der „Einsendeschluss“ der 1. September. Folgende Unterlagen sollten per Post bei mir eingegangen sein: Das Bewerbungsformular, was Ihnen auf unserer Homepage zum Download zur Verfügung steht, ein Anschreiben mit Angabe zur Motivation, ein tabellarischer Lebenslauf mit Farbfoto, eine Aufstellung der bislang besuchten Lehrveranstaltungen und Prüfungsergebnisse (in englischer Sprache) und ein Sprachzeugnis – falls vorhanden.

Wie sieht das Auswahlverfahren aus?

Mandy Georgi: Das Auswahlverfahren erfolgt in einem Gremium. Sollten mehr Bewerbungen eingehen als Plätze zur Verfügung stehen, entscheiden die bisherigen akademischen Leistungen, die Sprachkenntnisse, die Motivation für den Auslandsaufenthalt und letztlich die Reihenfolge des Eingangs der Bewerbung.

Hat ein Bewerber die Zusage erhalten, sollte er schnellstmöglich die Atatürk Universität kontaktieren, um sich über das dortige Anmeldeverfahren und die damit verbundenen Anmeldefristen zu informieren. Darüber hinaus muss er eine (Stipendien-)Annahmeerklärung sowie ein Learning Agreement als Vereinbarung zur Anerkennung im Ausland erbrachter Leistungen zwischen Studierendem, FOM und Atatürk bei mir einreichen.

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