Arbeiten 4.0 – Halbzeitkonferenz am 15. März in Berlin - FOM forscht

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Arbeiten 4.0 – Halbzeitkonferenz am 15. März in Berlin

21.03.2016 – Das Bundesarbeitsministerium hat mit Arbeiten 4.0 einen Dialog gestartet, der dazu beitragen soll, die Arbeitswelt der Zukunft modern zu gestalten. Unterschiedliche Experten aus Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften und Wissenschaft haben bislang zahlreiche Ideen eingebracht, die zur Halbzeitkonferenz am 15. März 2016 in Berlin diskutiert und weiter entwickelt wurden.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles möchte digitale und soziale Innovation zusammenhängend weiter denken. Dabei werden zukünftig Flexibilitätskompromisse nötig sein, die Beschäftigten den gewünschten Gestaltungsspielraum und den Unternehmen betriebliche Innovationskraft ermöglichen. Das zeigt sich u.a. bei der Arbeitszeitgestaltung, die flexibel, aber selbstbestimmt sein soll. Eine echte Herausforderung für Unternehmen, Sozialpartner und Politik. Schließlich werden Arbeitszeiten zunehmend zeit- und ortsunabhängig gestaltet. Um sowohl Erreichbarkeit als auch Nicht-Erreichbarkeit zuverlässig zu vereinbaren, sind faire Spielregeln notwendig, die verantwortungsvoll und partizipativ entwickelt und umgesetzt werden.

Ein Firmenbeispiel eines Malerbetriebes zeigt wie es gehen kann: Die Beschäftigten haben eine spezielle App auf ihrem Smartphone und können die Arbeitsaufgaben selbstbestimmt im Rahmen des jeweiligen Auftrages organisieren und bearbeiten. Die geleistete Arbeitszeit wird dabei dokumentiert.

Ein weiterer Programmpunkt der Halbzeitkonferenz: Die Bremer nextpractice GmbH stellte eine umfassende aktuelle BMAS-Studie mit sieben sogenannte „Wertewelten“ vor. Insgesamt wurden für diese Studie 1.000 Beschäftigte aus unterschiedlichen Branchen und Unternehmen befragt und interviewt. Dabei wurden in repräsentativen Tiefeninterviews Meinungen zur heutigen und zukünftigen Arbeitswelt erfasst. Aus den unterschiedlichen Äußerungen wurden Muster gebildet, die in sieben Wertewelten geclustert wurden. Interessant dabei ist, dass keine nennenswerten soziodemografischen Effekte erkennbar sind. Unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung und/oder Berufsbranche ergeben sich spezifische Einstellung: www.arbeitenviernull.de/wertewelten

Schließlich wurde diskutiert, wie sich die Führungskultur passend zur Arbeit 4.0 entwickeln wird. Benötigen wir überhaupt noch Führung oder schafft sich Führung selber ab? Der allgemeine Konsens: Auch zukünftig werden Menschen benötigt, die verantwortungsvoll Entscheidungen treffen. Zukünftige Führungskräfte werden ein hohes Maß an sozialer und personaler Kompetenz benötigen, sollten in der Lage sein, Partizipation auch aus dem Team heraus zu fördern bzw. zulassen und letztlich individuell zu führen.

Firmenbeispiel: Das Unternehmen XING AG bietet seinen ca. 750 Beschäftigten an, wöchentlich die Führungsleistung anonym in einem eigens entwickelten Online-Tool zu beurteilen. Dies sei bei den agilen Projektteams sehr gut aufgenommen worden. Jede Woche nimmt der Vorstand zu den wöchentlichen Auswertungen Stellung und kann kurzfristig entsprechend reagieren – und zwar individuell. Ob sich das allerdings auch auf andere Unternehmen übertragen lässt… Patentrezepte wird es meiner Meinung nach auch in der Arbeitswelt der Zukunft nicht geben.

Prof. Dr. Ulrike Hellert, Direktorin des iap Institut für Arbeit & Personal

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