Von Business Angels und Mentoren - FOM forscht

Von Business Angels und Mentoren

Prof. Dr. Wuttke von der FOM Hochschule
Prof. Dr. Wuttke (Foto: SG-Fotografie)

In den USA sind sie bereits etabliert, in Deutschland werden sie immer noch als Innovation gehandelt: die so genannten Business Angels. Was sich hinter dem Konzept verbirgt und warum es vor allem für kleine und mittlere Unternehmen Vorteile bietet, erläutert Prof. Dr. Jens Wuttke vom KCE KompetenzCentrum für Entrepreneurship & Mittelstand im Interview.

Was versteht man unter Business Angels?

Prof. Dr. Wuttke: Als Business Angels bezeichnet man nicht nur Personen, die sich finanziell an einem Unternehmen beteiligen, sondern auch solche, die Unternehmensgründer mit ihrem Wissen und ihren Kontakten unterstützen. Dieser Beratungsaspekt wird auch Mentoring genannt. Solche Unternehmensengel sind in der Regel erfahrene, nicht selten sogar bereits im Ruhestand befindliche Unternehmer, die gern bereit sind, Gründern und Jungunternehmer auf dem Weg zum Erfolg behilflich zu sein.

Wie lange gibt es Business Angels bzw. Mentoren in Deutschland?

Prof. Dr. Wuttke: Im Einzelnen gibt es die Weitergabe von Unternehmenskenntnissen an jüngere Unternehmer gewiss bereits so lange, wie Geschäfte gemacht werden. Die organisierte Unterstützung von Jungunternehmern durch erfahrene Mentoren wird hingehen zumindest in Deutschland noch immer als verhältnismäßig neues Konzept angesehen. In den USA hingegen findet man dies bereits seit vielen Jahrzehnten.

Wie konkret sieht die organisierte Unterstützung in den USA aus?

Prof. Dr. Wuttke: Hier findet sich beispielsweise die Mentorenplatform SCORE.ORG. Dieses staatlich geförderte Netzwerk von über 11.000 freiwillig beratenden Unternehmern bietet Gründern und Jungunternehmern kostenlose und vertrauliche Beratung per E-Mail oder auch im persönlichen Gespräch rund um deren Geschäftsidee an.

Welche Vorteile bieten Business Angels und Mentoren für KMU?

Prof. Dr. Wuttke: Kleine und mittlere Unternehmen würden von einem solchen Netzwerk auch hierzulande vor allem dadurch profitieren, dass sie sich Expertenrat auf unkomplizierte Weise einholen können – und zwar anonym und vor allem kostenfrei.

Wird das Thema das KCE weiterhin beschäftigen?

Prof. Dr. Wuttke: Für das KCE ergeben sich aus der Tatsache, dass es ein vergleichbares Netzwerk wie das von SCORE in Deutschland bislang nicht gibt, zahlreiche Forschungsfragen. Insbesondere, inwieweit eine solche Plattform in Deutschland etabliert werden und schließlich wirken könnte. Zum Beispiel: Haben in Deutschland Gründer und Unternehmer Bedarf an einem Mentorennetzwerk, vergleichbar zu dem von SCORE? Besteht in Deutschland die Bereitschaft bei erfahrenen Unternehmern in ein solchen Netzwerk freiwillig und unentgeltlich mitwirken? Was könnte ein solches Netzwerk leisten? Welche Deutschland spezifischen Hindernisse gibt es? Welche Bedarfe bestünden hinsichtlich spezifischer Bildungsangebote für Mentoren?

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