Big Data im Gesundheits- und Sozialwesen - FOM forscht

Big Data im Gesundheits- und Sozialwesen

„Wir ertrinken in Informationen und dürsten nach Wissen.“ Mit diesem Zitat des Trendforschers John Naisbitt eröffnete Prof. Dr. Christoph Winter das 3. Health Management Forum an der FOM Hochschule in Münster und leitete direkt zum Thema der Veranstaltung über: Big Data im Gesundheits- und Sozialsektor. Hintergrund ist ein Forschungsprojekt, das der FOM Experte für Gesundheits- und Sozialmanagement gemeinsam mit Kollegen vom KCG KompetenzCentrum für Management im Gesundheits- & Sozialwesen und vom ifes Institut für Empirie & Statistik durchführt.

Als erster Wissenschaftler des Projektes ergriff Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer das Wort. Der FOM Dozent für Business Intelligence und Electronic Business erläuterte in seinem Vortrag, wie aus den zahlreichen Meinungen über Krankenhäuser, die in Foren, sozialen Netzwerken oder Bewertungsportalen geäußert werden, mit Hilfe des Datenanalyseverfahrens Text Mining quantifizierbare Erkenntnisse abgeleitet werden können – zum Beispiel mit Blick auf die Frage, nach welchen Kriterien Patienten Krankenhäuser auswählen. „Bei einer Vielzahl von Produkten und Dienstleistungen wurden sowohl die Bedeutung von Meinungen als auch deren Zusammenhang mit dem Geschäftserfolg bereits erkannt“, so Prof. Dr. Buchkremer. „Das lässt sich unserer Ansicht nach auch auf Krankenhäuser übertragen.“

Anschließend trat Prof. Dr. Thomas Russack ans Podium. Der FOM Experte für Prozessmanagement stellte die Potenziale von Process Mining für Krankenhäuser vor. Dahinter verbirgt sich eine Methode, mit der – auf Basis der in Prozessen erzeugten elektronischen Daten – reale Abläufe und Interaktionen identifiziert werden und die entsprechenden Prozesse besser gesteuert und optimiert werden können. „Die Methode ist effizient, objektiv und permanent einsetzbar – und somit ein guter Ersatz für zeit- und kostenintensive sowie oftmals subjektiv geprägte andere Erhebungsformen wie Interviews, Workshops und Beobachtungen“, betonte Prof. Dr. Russack.

In der abschließenden Diskussion mit Referenten und Teilnehmenden ging es u.a. um datenschutzrechtliche Aspekte bei der Aufzeichnung und Auswertung von patienten- und mitarbeiterbezogenen IT-gestützten Ergebnisprotokollen sowie die rechtliche Verwertbarkeit der erfassten Daten. Quintessenz: Die Teilnehmenden waren der Überzeugung, dass die erfolgreiche Nutzung innovativer Methoden wie Text und Process Mining ein gut durchdachtes Prozessmanagement-Gesamtkonzept sowie eine vertrauensbasierte Prozesskultur voraussetzt. „Die regen Diskussionen bestätigen uns darin, dass das Thema Big Data auch für Anwender im Gesundheitssektor zunehmend wichtiger wird“, fasste Projektleiter Prof. Dr. Sascha Koch anschließend zusammen. „Daher planen wir bereits eine weitere Veranstaltung zu diesem Thema im kommenden Jahr in Essen, um unser Forschungsvorhaben weiterzuentwickeln.“

Stefanie Bergel, Referentin Forschungskommunikation

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