Durch Forschendes Lernen zur Projektmanagementkompetenz - FOM forscht

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Durch Forschendes Lernen zur Projektmanagementkompetenz

Ob Daimler-Chrysler, Bosch oder Siemens – die meisten Unternehmen wünschen sich von angehenden Ingenieuren zusätzliche Kenntnisse jenseits des technischen Fachs. Vor allem im Bereich Projektmanagement. Die Entwicklung entsprechender Lehr-Lern-Arrangements stellt die Lehrenden der Ingenieurwissenschaften vor die Herausforderung, von einer traditionell inhaltsorientierten Lehrauffassung zu einer neuen Sichtweise überzugehen: Im Fokus steht nicht länger die Vermittlung von Wissen, sondern die Aufgabe, mit Hilfe geeigneter Didaktik, Methodik und Instrumente Lern-Gelegenheiten zu schaffen, in denen Studierende berufsqualifizierende Kompetenzen erwerben und Professionalität entwickeln können. Die Frage lautet also: Wie können hochschuldidaktische Ansätze aussehen, die sowohl die theoretische Auseinandersetzung mit den Methoden und Instrumenten des Projektmanagements ermöglichen als auch deren Anwendung in der Projektmanagementpraxis vorsehen?

Meine Antwort: Hochschulen sollten auf Lehr-Lern-Veranstaltungen setzen, die das Erforschen von Barrieren in der industriellen Projektarbeit mit lernziel- und kompetenzorientierter Didaktik nach dem Prinzip „Forschendes Lernen“ im Studienprojektformat verbinden. Dadurch können eine Reihe von Lernzielen erreicht werden. Die Studierenden

  • kennen die Grundlagen des industriellen Projektmanagements.
  • können Methoden und Instrumente des industriellen Projektmanagements zur Bewältigung typischer beruflicher Situationen anwenden.
  • erweitern ihre Fertigkeiten im wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben.
  • entwickeln eine kritisch-reflexive Haltung gegenüber eigenem und fremdem Denken und Handeln.
  • arbeiten im Team und üben dabei das Zeit- und Selbstmanagement.
  • wenden Kommunikations- und Präsentationstechniken angemessen an.

Wie „Forschendes Lernen“ in der Praxis aussehen kann, zeigt eine Veranstaltung, die ich gemeinsam mit Dr. Frank Kühn und Dr. Christopher Nimsch an der Technischen Universität Dortmund durchgeführt habe. Dabei wurde das Projektformat mit Blended Learning kombiniert.

Die einsemestrige Veranstaltung gliederte sich in drei Präsenzphasen und zwei dazwischen liegende Studienprojektphasen, in denen die Studierenden durch den Einsatz von E-Learning-Instrumenten orts- und zeitunabhängig lernten, arbeiteten sowie miteinander wie auch mit den Betreuern kommunizierten. In der ersten Phase fand ein Einführungsworkshop statt, in dem die Studierenden gemeinsam unter Anleitung des Dozenten grundlegende Methoden und Instrumente des industriellen Projektmanagements kennenlernten und deren Nutzung einübten. In der zweiten Phase erarbeiteten sich die Studierenden in Arbeitsgruppen individuelle Expertise in ausgesuchten Themenfeldern, die in besonderer Weise auf Erfolgsfaktoren bzw. Barrieren in der erfolgreichen Projektarbeit fokussierten – zum Beispiel Kommunikation, Führung oder Risikomanagement. Dieses Wissen dokumentierten die Studierenden in einem nach wissenschaftlichen Kriterien angefertigten Wiki-Artikel, den sie in der dritten Phase mit den übrigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern in einem wissenschaftlichen Kolloquium teilten. Die vierte und fünfte Phase stellten den Bezug der wissenschaftlichen Theorie zur industriellen Projektmanagementpraxis her. Im letzten Projektabschnitt bildeten sich drei Projektteams. Sie setzten sich aus der Perspektive von Forscherinnen und Forschern mit der Projektmanagementpraxis in Unternehmen auseinander und erarbeiteten Lösungskonzepte für eine Problemstellung, die zuvor von den Studierenden definiert und eingegrenzt wurde. Während dieser Aktivitäten wendeten die Studierenden zuvor theoretisch erarbeitete Methoden und Instrumente des industriellen Projektmanagements auch in ihrer eigenen Projektarbeit an. In diesem Prozess wurden sie von den Lehrenden unterstützt und beraten, wobei der individuellen Autonomie der Studierenden insbesondere in methodischem Vorgehen und Arbeitsweise hohe Priorität zukam.

Prof. Dr.-Ing. Thorsten Jungmann, wissenschaftlicher Direktor der FOM School of Engineering

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