Arbeitszeitbefragung 2012: Multitasking ist keine Lösung für steigenden Druck am Arbeitsplatz
Der Druck am Arbeitsplatz steigt. Deshalb zu versuchen, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen, ist allerdings keine Lösung. So lautet ein Ergebnis der Arbeitszeitbefragung 2012: Das KompetenzCentrum für Statistik und Empirie sowie das iap Institut für Arbeit & Personal der FOM Hochschule haben über 900 Studierende aus ganz Deutschland befragt. Das Besondere: Die Befragten absolvieren ein wirtschaftswissenschaftliches Studium neben dem Beruf oder der Ausbildung an den Bildungseinrichtungen der BCW-Gruppe – FOM, Hessische Berufsakademie, Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademien sowie GoBS German open Business School – und stehen daher mit beiden Beinen im Berufsleben.
Die Studierenden waren u.a. aufgefordert, ihren Umgang mit (Arbeits)Zeit auf einer Skala von 1 (sehr selten/nie) bis 5 (sehr oft) zu bewerten. Ergebnis: Der Mittelwert auf die Frage „Wie oft kommt es vor, dass Sie wegen zu viel Arbeit verspätet in den Feierabend gehen können?“ lag bei 3,52. Nur knapp darunter lag der Wert für die Frage „Wie häufig stehen Sie wegen Terminvorgaben unter Zeitdruck?“. Die Folge: Ein Großteil der Befragten fühlt sich schon vor dem Start in den Arbeitstag müde und erschöpft.
Die Reaktionen auf diese Überbelastung tragen in den Augen von iap-Direktorin Prof. Dr. Ulrike Hellert nicht zur Stressreduktion bei. Auf einer Skala von 1 (sehr häufig) bis 5 (sehr selten) gaben die Befragten an, häufig mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen (2,27), Zeit einzusparen (2,29), nach dem Motto „Augen zu und durch“ zu verfahren (2,53) oder weniger Pausen einzulegen (2,57). „Vor allem das sogenannte Multitasking hat sich in den vergangenen Jahren zum Spitzenreiter unter den potenziellen Stressfaktoren in der Arbeitswelt entwickelt“, so die Arbeitszeit-Expertin. „Wer häufig versucht, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen, zeigt sich deutlich weniger zufrieden mit seiner Arbeit und anfälliger für psychische Erkrankungen.“
Prof. Dr. Hellerts Rat an die Unternehmen lautet daher, Mitarbeitern vermehrt die Möglichkeit zu geben, ihre Aufgaben selbstbestimmt zu erledigen. „Die Arbeitszeiten sollten sich flexible an dem jeweiligen Arbeitsaufkommen orientierten und dabei Schwankungen berücksichtigen. Das ist eine wichtige Voraussetzung zur Reduzierung von Termindruck, steigert die Arbeitszufriedenheit und ermöglicht im Falle unserer Studierenden eine erfolgreiche und stressfreie Bewältigung von Studium und Beruf.“ Hier bestehe auf Arbeitgeberseite allerdings noch Nachholbedarf: Laut Arbeitszeitbefragung sind flexible Arbeitszeiten ohne Kernzeiten nur bei rund 7 Prozent und Vertrauensarbeitszeit bei 9 Prozent der Beschäftigten möglich. Gängiger sind dagegen feste Arbeitszeiten mit Anwesenheitspflicht (knapp 10%) und flexible Arbeitszeiten mit Kernzeiten (21%).
Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeitszeitstudie 2012 steht auf der Internetseite der FOM Hochschule zum Download bereit. Ein umfängliches Arbeitspapier folgt.
Stefanie Bergel, Pressestelle
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