Hochschulbarcamp 2017: Rückblick auf Tag 1
16.02.2017 – Volles Haus beim Hochschulbarcamp 2017: 125 Anmeldungen von 61 Hochschulen lagen den Organisatoren Holger Gottesmann (FOM) und Philip Dunkhase (Leuphana Universität Lüneburg) vor, als um 9:00 Uhr die ersten Teilnehmenden zu Frühstück und Netzwerken eintrafen. Eine Stunde später war der Raum 1.01 im Studienzentrum der FOM Essen bis auf den letzten Platz gefüllt mit Social-Media- und Kommunikationsfachleuten aus ganz Deutschland.
Nach einführende Worten von Anja Seng – twitternde FOM-Professorin und Rektoratsbeauftragte für Diversity Management – ging es ans Eingemachte: die Sessionplanung für den ersten Tag. Dazu eine kurze Anmerkung für Barcamp-Laien: Bei diesem Veranstaltungsformat wird das Programm von den Teilnehmenden selbst bestimmt. Jede und jeder hat Gelegenheit, ein Thema vorzuschlagen. Wenn sich dafür genügend Interessierte finden, wandert dieses Thema auf den Sessionplan. Der fiel in diesem Jahr übrigens besonders abwechslungsreich aus: Eine Selbsthilfegruppe zum Website-Relaunch war ebenso zu finden wie ein Erfahrungsaustausch zu Xing und LinkedIn. Neben Klassikern wie SEO, Foto- und Videokommunikation oder WhatsApp in der Studienberatung stießen zudem Sessions zu Kreativität, Katzen-Content und Kennzahlen auf Zustimmung.
Erster Stopp: der Beitrag von Luisa Todisco. Sie betreibt den Blog StudierenPlus und berichtete aus ihrer Perspektive über Influencer Marketing. „Viele potenzielle Kooperationspartner, die auf mich zukommen, haben sich weder mit meinem Blog noch mit meiner Zielgruppe beschäftigt“, zog sie ernüchternde Bilanz. „Sie wollen in der Regel nichts zahlen und haben auch kein Konzept für eine mögliche Zusammenarbeit.“ Stattdessen wünscht sich die Bloggerin eine Kommunikation auf Augenhöhe. „Bei möglichen Kooperationen spielt das Zwischenmenschliche eine sehr große Rolle. Zudem geht es mir natürlich darum, meine Authentizität zu wahren und einen Mehrwert für meine Leserinnen und Leser zu schaffen.“
Gehört Social Media ins Curriculum für angehende Ärztinnen und Ärzte? Mit dieser Frage setzte sich Sebastian Kuhn auseinander. Der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie lieferte in seiner Session Einblicke in einen Medizineralltag, bei dem die Kommunikation mit Kolleginnen und Kollegen, aber auch mit Patientinnen und Patienten verstärkt über soziale Medien läuft. „Diese Seite der Digitalisierung wirft Probleme auf“, betonte er. Welches Verhalten sei beispielsweise angemessen, wenn man per WhatsApp ein Foto von einem Fall erhält und um seine Einschätzung gebeten wird? Schließlich gelte in Deutschland ein Ferndiagnose-Verbot. Um angehende Ärztinnen und Ärzte auf diese Grauzonen vorzubereiten, hat Sebastian Kuhn das Projekt „Medizin im Digitalen Zeitalter“ ins Leben gerufen, das im Rahmen des Förderprogramms Curriculum 4.0 vom Stifterverband und der Carl-Zeiss-Stiftung gefördert wird. Dabei sind Lerninhalte zur Förderung praktischer Kompetenzen der digitalen Medizin entstanden.
Zurück in den Hochschulalltag ging es bei der Session von Sebastian Rothe. Der Social Media Manager der FH Dortmund stellte Jodel vor. Über die App können anonym kurze Texte oder Fotos veröffentlicht werden, die in einem Radius von 10 Kilometern für andere Nutzende sichtbar sind und nach anderthalb bis zwei Stunden wieder verschwinden. „Die App ist 2014 an den Start gegangen und hat unter Studierenden schnell große Popularität erreicht“, erklärte Sebastian Rothe. „Man kann zwischen verschiedenen Jodel-Phasen unterscheiden: Vormittags wird beispielsweise über Lehr-Probleme oder Zweifel am Studium berichtet, mittags geht es um den Uni-Alltag oder um Ausreden, warum man nicht im Hörsaal ist.“ Hochschulen hätten verschiedene Möglichkeiten, diese App zu nutzen. U.a. könne man mehr über die Stimmungen und Herausforderungen von Studierenden herausfinden, auf eigene Angebote aufmerksam machen sowie persönliche Erstberatungen durchführen.
Holger Gottesmann war mit diesem ersten Tag sehr zufrieden. „Der Austausch sowohl innerhalb als auch außerhalb der Sessions hat wunderbar funktioniert, und wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten“, so der Hochschulbarcamp-Organisator. Und sein Kollege Philip Dunkhase ergänzte: „Das ist natürlich auch den vielen Sponsoren zu verdanken, die uns in diesem Jahr sehr gut unterstützt haben: studycheck, studierenden.de, UNICUM, Whatchado, EDUCON, GATE Germany und natürlich alumni-clubs.net, mit denen wir schon seit dem ersten Barcamp erfolgreich zusammenarbeiten.“
Stefanie Bergel, Referentin Forschungskommunikation
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