„Indikatoren für die Messung von Forschung, Entwicklung und Innovation“ – Open-Access-Publikation als Entscheidungsgrundlage für Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Politik - FOM forscht

„Indikatoren für die Messung von Forschung, Entwicklung und Innovation“ – Open-Access-Publikation als Entscheidungsgrundlage für Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Politik

Gemeinsam mit dem weltweit größten Open-Access-Publisher Springer Nature hat die Hochschule nun einen neuen Schritt gewagt: Sie hat in der bei Springer Gabler (Teil von Springer Nature) erscheinenden FOM-Edition eine Open-Access-Buch-Publikation herausgegeben. Das bedeutet, dass über das Internet ab sofort jede Person freien und unbegrenzten Zugang dazu hat.

Das Cover des Bandes “Indikatoren für die Messung von Forschung, Entwicklung und Innovation”, erschienen in der FOM-Edition

Das passt, denn auch inhaltlich bietet das Werk ein Novum: Für Forschung, Entwicklung und Innovation wurde erstmals ein strukturierter Überblick über ein breites Spektrum an Messansätzen geschaffen. Die Autoren führen darin über 180 Indikatoren auf, von denen jeder einzeln beschrieben wird. Das bietet den Akteurinnen und Akteuren, die Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprojekte durchführen, also Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen usw., sowie der Politik eine fundierte Entscheidungsgrundlage.

„Forschung zum Thema Maschinenbau ist anders zu bewerten als beispielsweise solche zu Moraltheologie. Die unterschiedlichen Akteurs- und Interessengruppen, die sich im Rahmen von Forschungs-, Entwicklungs-, und Innovationsprojekten bewegen, sind extrem heterogen und es war uns wichtig dieser Heterogenität gerecht zu werden. So haben wir einen Rahmen geschaffen, auf dessen Basis fundierte forschungs- und förderpolitische Entscheidungen gefällt werden können“, erklärt Prof. Dr. Andreas Kladroba, der das Projekt vonseiten der FOM am ifes Institut für Empirie & Statistik geleitet hat.

Das Werk ist eines der Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „‚NEO-Indikatorik‘: Netzwerk- und Outputmessung – Indikatorik für transformative Technologiefelder“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderungsrichtlinie für Forschungsvorhaben zur Weiterentwicklung der Indikatorik für Forschung und Innovation gefördert wurde. Das übergeordnete Ziel dieses Forschungsprogramms ist die Gewinnung eines vertieften Verständnisses für das Funktionieren des Innovationsprozesses im Rahmen seiner technologisch, sektoral und regional abgegrenzten Subsysteme. Und da dies eine genaue Erfassung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen erfordert, wurden innerhalb des Projektes neue Ansätze der Input- und Outputmessung vorgeschlagen, welche im Vergleich zu gebräuchlichen Indikatoren stärker die Dynamik und Vernetzung von Innovationsprozessen berücksichtigen.

Die Anwendbarkeit und Aussagekraft der entwickelten Indikatoren wurde anhand eines ausgewählten Beispiels im Bereich der Elektromobilität demonstriert. Im Vergleich erforderte der systemische Forschungsansatz einen vermehrten Einsatz von disaggregierten Daten. Die Analyse der Wirtschaftsdynamik, wie sie einem Transformationsprozess zugrunde liegt, erforderte insbesondere ein Verständnis für die Interaktionsbeziehungen der beteiligten, oben genannten heterogenen Akteurs- und Interessengruppen.

„Wenn man z. B. den aus der Literatur bekannten Indikator Patente nimmt, fragt man sich zunächst ja: Warum ist das ein sinnvoller Indikator und wo liegen seine Schwächen? Manche dieser Schwächen lassen sich z. B. schon dadurch beheben, dass man statt der absoluten Zahl Verhältnisse wie z. B. Patente pro Forscherin/Forscher oder auch Patente pro Einwohnerin/Einwohner verwendet. In anderen Fällen mag es auch sinnvoll sein, z. B. statt der Patente die Patentzitationen zu zählen“, so der Wissenschaftler.

„Bei wissenschaftlichen Journals ist Open Access inzwischen gängige Praxis, bei Büchern sieht man es nun auch immer häufiger. Gerade bei so einem für die Forschungslandschaft sowie die Politik wichtigen Thema freuen wir uns, hiermit einen besonderen Beitrag leisten können. Dieses offene Format senkt die Zugangsschwelle für die sicher große interessierte Community deutlich ab“, freut sich Prof. Dr. Thomas Heupel, Prorektor für Forschung der FOM.

Die Autoren des Werks mit dem Titel „Indikatoren für die Messung von Forschung, Entwicklung und Innovation“, dessen Printversion käuflich erwerbbar ist, sind neben Professor Kladroba Dr. Tobias Buchmann (Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung (ZSW)) Katharina Friz B.Sc. (Universität Bremen), Marcel Lange (Universität Bremen) und Patrick Wolf M.Sc. M.Sc. (ZSW).

Aktuell entsteht noch eine weitere Publikation aus dem Projekt. Weitere Informationen dazu können anschließend auf der ifes-Website nachgelesen werden: www.fom-ifes.de.

Verbundprojektpartner des Projekts waren neben der FOM Hochschule die Gemeinnützige Gesellschaft für Wissenschaftsstatistik mbH als Lead-Partnerin, die Universität Bremen sowie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW).

Das Projekt (FKZ 16IFI012) wurde in der Zeit vom 01.01.2018 bis 31.12.2020 vom BMBF im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Forschungsvorhaben zur Weiterentwicklung der Indikatorik für Forschung und Innovation gefördert.

 

 

Yasmin Lindner-Dehghan Manchadi M.A. | Referentin Forschungskommunikation | 06.05.2021 

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