Strukturschwache Regionen in Deutschland – Hilfestellung für Gesundheitswirtschaft durch neues Forschungsvorhaben von RWTH Aachen und FOM Hochschule - FOM forscht

Strukturschwache Regionen in Deutschland – Hilfestellung für Gesundheitswirtschaft durch neues Forschungsvorhaben von RWTH Aachen und FOM Hochschule

Die Region Aachen zählt neben einigen Bundesländern und Küstengebieten zu den strukturschwachen Gebieten Deutschlands. Durch die Fördermaßnahme „Region.innovativ“ zur „Gestaltung von Arbeitswelten der Zukunft in strukturschwachen Regionen“ möchte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) einen Beitrag leisten, damit die dortigen Bedingungen mittels „Innovation & Strukturwandel“ (» so auch der Titel der BMBF-Programmfamilie) verbessert werden können.

Hilfestellung für die Aachener Gesundheitswirtschaft –  durch neues Forschungsvorhaben “GALA” von RWTH Aachen und FOM Hochschule | © FOM/Thomas Mühlbradt

Eines der geförderten Projekte trägt den Titel „Gesundheitsregion Aachen: innovativ Lernen und Arbeiten (GALA)“ und ist am 01. April 2021 gestartet. Hierzu hat sich ein Konsortium aus drei wissenschaftlichen Partnereinrichtungen zusammengeschlossen: von der RWTH Aachen der FIR e. V. sowie das Institut für Arbeitswissenschaft (IAW) und von der FOM Hochschule das Institute of Automation & Industrial Management (iaim).

In Abstimmung mit Stakeholdern der Region Aachen wurde zur Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes im Hinblick auf die besonderen Probleme dieser Region entschieden, die dortige Gesundheitswirtschaft zu beforschen und damit zu unterstützen. Zu den besonderen Herausforderungen dieser Branche zählte bereits vor der Pandemie – als die Förderanträge gestellt wurden – der Fachkräftemangel, die besonderen Belastungen für das Personal sowie die Digitalisierung der Pflege. „Die Bedingungen für pflegerische und -medizinische Dienstleistungen sind mittlerweile nur noch größer geworden, daher haben wir genau die richtige Entscheidung getroffen. Wir hoffen, der Region Aachen und daran anschließend mit den Ergebnissen auch weiteren strukturschwachen Regionen Deutschlands Hilfestellung bieten zu können“, sagt FOM Wissenschaftler Prof. Dr.rer.pol. Thomas Mühlbradt, der am iaim forscht und an der FOM in Aachen im Hochschulbereich Wirtschaft & Psychologie Arbeits- und Ingenieurpsychologie lehrt. „Gerade auch die Möglichkeiten, die die Digitalisierung der Pflege bieten kann, beispielsweise durch Techniken wie Sensorik, Künstliche Intelligenz, Robotik oder auch die Telemedizin verändern die Arbeit und können die Branche unterstützen, wenn die Beschäftigten wissen, wie sie sie nutzen können, wie sie damit umgehen sollten – wenn ihnen diese auch überhaupt erstmal zur Verfügung stehen.“

Die Fragen, die das Konsortium unter anderem beantworten möchte, sind: Was sind die Bedarfe in der Gesundheitswirtschaft und welche Möglichkeiten gibt es? Was kann getan werden, um Belastungen und Risiken für das pflegende Personal zu minimieren? Und wie können Arbeitsplätze im Gesundheitsbereich attraktiver gestaltet werden? Was kann man in der Region an guter Praxis schaffen und wie kann die Aufmerksamkeit darauf gelenkt werden, damit auch andere Regionen und gegebenenfalls auch andere Branchen davon profitieren können?

Um die prioritären Bedarfe der Arbeitsgestaltung und Kompetenzentwicklung herauszuarbeiten, stehen den Forschenden partnerschaftlich folgende in der Region ansässigen Praxiseinrichtungen und -unternehmen zur Seite: Region Aachen Zweckverband, Gesellschaft für Produktionshygiene und Sterilitätssicherung mbH, St. Gereon Seniorendienste gGmbH, Medizintechnikhersteller Vostra GmbH, Lebenshilfe Aachen GmbH, Automatisierungstechnik-Dienstleisterin Heinen Automation GmbH & Co. KG, Software- und Managementberatung Modell Aachen GmbH, Weiterbildungsanbieter UKA AIXTRA und die MedAix GmbH, die Physiotherapie-Praxen und gesundheitsorientierte Trainingszentren betreibt.

Das Teilprojekt der FOM Hochschule wird im Rahmen des Gesamtverbundes die Entwicklung didaktisch-methodischer Konzepte für ein integriertes arbeitsnahes Lernen in der Gesundheitswirtschaft sein. Damit soll lebenslanges Lernen in und nah der Arbeit ermöglicht und gefördert werden.

Eine Grundlage dafür liefert die anstehende VDI-Richtlinie 7100 zur lernförderlichen Arbeitsgestaltung, die Professor Mühlbradt als Mitglied im „VDI/VDE-GMA Fachausschuss 7.22 Arbeitswelt Industrie 4.0“ mitgestaltet. „Zudem können wir hochschulseitig unsere Expertise aus den Kontexten Akademisierung des Pflege-Managements sowie Pflege und Digitalisierung in das Projekt einbringen. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit den Forschungspartnern in den nächsten drei Jahren und bin schon gespannt auf das, was wir hier gemeinsam erarbeiten können – für unsere Region und die Branche.“

Das Kick-off-Meeting zum Vorhaben fand am 27.04.2021 virtuell statt.

Das Vorhaben wird aus Mitteln des BMBF unter dem Förderkennzeichen 02L20B103 gefördert.

 

 

 

 

 

Yasmin Lindner-Dehghan Manchadi M.A. | Referentin Forschungskommunikation | 29.04.2021 

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

drei × 1 =