Hohe Belastung in Transport- und Fahrberufen – eine Verbesserung der Arbeitssituation mittels Künstlicher Intelligenz soll das neu gestartete Projekt KARAT bringen - FOM forscht

Hohe Belastung in Transport- und Fahrberufen – eine Verbesserung der Arbeitssituation mittels Künstlicher Intelligenz soll das neu gestartete Projekt KARAT bringen

Die Digitalisierung hat bereits Einzug in alle Lebensbereiche gehalten, so auch in Transport- und Fahrberufe. Und die in Deutschland rund 1,5 Millionen Beschäftigten aus diesem Bereich sollen in Zukunft noch mehr von den Möglichkeiten der Digitalisierung profitieren. Hierzu soll Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt werden. Im Rahmen des Projekts KARAT wird am Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement (ild) der FOM aktuell die Entwicklung eines KI-Tools geplant. Dieses soll persönliche Belastungen in diesem Arbeitsbereich analysieren und dabei helfen, Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren.


„Denn gerade Beschäftigte in Fahrberufen sind durch Stress und externe Einflüsse häufig besonderen Belastungen ausgesetzt“, so Prof. Dr. Matthias Klumpp, wissenschaftlicher Direktor des ild, der das Projekt leitet. „Um ein realistisches Bild der Arbeitsbedingungen in Fahrtätigkeiten zu erhalten, erheben wir im ersten Projektjahr umfangreiche Daten aus realen Fahrsituationen und werten diese aus.“

In drei sogenannten „INQA-Experimentierräumen“ möchten die Forschenden KI-Anwendungen für die Analyse und Verbesserung der Arbeitssituation speziell von Mitarbeitenden in Fahrberufen prototypisch entwickeln und erproben. INQA steht für die „Initiative Neue Qualität der Arbeit“, unter deren Dach das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) Projekte fördert, in denen neue Lösungsansätze für eine sich stetig ändernde Arbeitswelt erprobt werden.

Die zu entwickelnde KI soll individuelle sowie Fahrdaten und solche zu physiologischen Reaktionen ebenso nutzen wie öffentlich verfügbare Daten vom Wetter, Veranstaltungen und Verkehrslagen. So soll eine automatisierte Analyse zur Arbeitsbelastung auf der Basis von Maschinellem Lernen entstehen. Die daraus folgende Ableitung von Maßnahmen zur Stressreduktion soll dann nicht nur den Mitarbeitenden, sondern auch den Unternehmen helfen, so der Projektleiter weiter.

An diesem Ziel arbeitet das Institut der FOM Hochschule gemeinsam mit diesen Partnerinnen und Partnern: Universität Bremen, Universität Duisburg-Essen, Universität Hohenheim, Verband Spedition und Logistik Nordrhein-Westfalen e. V., Duisburger Hafen AG (Duisport), Sherwood GmbH und DiaLog GmbH. Weitere Institutionen sind als assoziierte Partnerinnen und Partner sowie Beiratsmitglieder eingebunden. In allen Praxiskontexten werden die Mitarbeitenden sowie deren Vertretungsorgane umfangreich beteiligt.

Alle geförderten „INQA-Experimentierräume“ (» Beiträge zu weiteren INQA-Experimentierräumen mit FOM Beteiligung) verbindet die Ausrichtung, das Potenzial der Digitalisierung zu nutzen, den digitalen Wandel aktiv zu gestalten und dabei die Menschen und ihre Fähigkeiten in den Mittelpunkt zu stellen. INQA versteht sich als neutrale und nicht-kommerzielle Praxisplattform, die sich für die Gestaltung einer modernen Arbeitswelt mit attraktiven Arbeitsbedingungen für Arbeitgeberinnen, Arbeitgeber und Beschäftigte einsetzt und Unternehmen und Beschäftigte im Wandel der Arbeitswelt begleitet. Dabei legt sie den Fokus auf die Bereiche Führung, Gesundheit, Vielfalt und Kompetenz. INQA ist die relevante Praxisplattform für eine zukunftsfähige Arbeitskultur und neue Qualität der Arbeit in Deutschland. Weitere Informationen sind unter www.inqa.de zu finden.

Das Projekt „Künstliche Intelligenz für gesunde Arbeit in Transport- und Fahrberufen (KARAT)“ (FKZ: EXP.01.00020.20) läuft vom 01.01.2021 bis 31.12.2023. Es wird im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), Bundesprogramm “Zukunftsfähige Unternehmen und Verwaltungen im digitalen Wandel – EXP, Handlungsschwerpunkt Künstliche Intelligenz (KI)” vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert. Fachlich begleitet wird das Projekt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Yasmin Lindner-Dehghan Manchadi M.A. | Referentin Forschungskommunikation | 19.03.2021 

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